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Peru / Dominica / Europa

Europa / Grenzen

EU stimmt für Beitritt KROATIENs zum Schengen-Raum, während BULGARIEN und RUMÄNIEN wegen Veto ÖSTERREICHs Schengen-Raum nicht beitreten werden; Österreich beklagt hohe Zahl von Asylanträgen und illegalen Grenzübertritten, die durch mangelhafte Migrationspolitik Bulgariens und Rumäniens bestehen würden; Bulgarischer Präsident Radev wirft EU "Zynismus" vor, da bulgarische Grenzbeamte EU-Außengrenzen mit Leben verteidigen würden; Bulgarischer Innenminister dementiert Berichte über Schusswaffengebrauch gegen Migranten+; EU will Militärausgaben um 70Mrd€ erhöhen.

15 Quellen

Polen / Ukraine / Iran

Osteuropa / Migration

SLOWENIEN möchte Grenzkontrollen an Grenze zu KROATIEN einrichten, sollte Kroatien Schengen-Raum betreten; Slowenien befürchtet, Migranten+ der Balkanroute könnten in Slowenien stranden, da auch Österreich an gemeinsamer Grenze bereits Kontrollen durchführt; ÖSTERREICH und UNGARN wollen SERBIEN bei der Rückführung von Migranten+ in ihre Herkunftsländer unterstützten.

11 Quellen

Äthiopien / Europa / Migration

Europa / Migration

DEUTSCHLAND verschärft Grenzüberwachung zu ÖSTERREICH, da Migration über Mittelmeer und Balkan zunehme; SLOWAKEI ruft Tschechien auf, Grenzkontrollen zur Migrationsbekämpfung abzumildern, da sie Schengen-Abkommen zur Reisefreiheit missachten würden; UKRAINE plant Bau einer Mauer an Grenze zu BELARUS; Innenminister von BULGARIEN gesteht ein, dass Metallzaun zu TÜRKEI kein nützliches Mittel zur Migrationsbekämpfung sei, da Grenzbeamte nun nur noch damit beschäftigt seien, Löcher im Zaun zu flicken.

10 Quellen

Irak / Iran / Sri Lanka

Deutschland

DEUTSCHLAND verlängert Grenzkontrolle zu ÖSTERREICH, da Innenminister Faeser von mehr Flüchtenden über die Mittelmeer- und Balkanroute ausgeht.

13 Quellen

Deutschland / Russland / Myanmar

Deutschland

Gazprom will künftig nur 1/5 der möglichen Nord-Stream-1-Gaskapazität nach DE liefern; Österreich will in Österreich gelagertes, deutsches Gas für sich selbst nutzen; Laut ifo-Institut steht DE wegen Energieknappheit kurz vor Rezession; Arbeitgeberpräsident geht von Wohlstandsverlust aus und fordert jährliche Zuwanderung von 500.000 neuen Arbeitskräften; weitere neoliberale Ökonomen fordern längere Wochenarbeitszeiten und späteres Renteneintrittsalter; steigende Lebenshaltungskosten; Warnstreik bei Lufthansa für bessere Bezahlung.

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USA / Afrika / Europa

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1.3.1 Gold-Währungspolitik vor 1971 Das marktzentrierte Geldwesen entstand, um den Menschen als „Arbeiter“ dem Marktsystem zu unterwerfen, indem es den „Arbeiter“ vom „Lohn“ abhängig macht. In der Frühzeit der kapitalistischen Marktwirtschaft entstand Kritik daran, Mensch, Natur und Geld als Ware zu behandeln, da dies zu ihrer Zerstörung führen würde. Um dem entgegenzuwirken wurde eine interventionistische Währungspolitik betrieben, die die Bewertung des Geldes dem Markt entzog, um dabei die Markt-Teilnehmer zu schützen – es wurden Zentralbanken gegründet. Bei jeglicher Währungspolitik ist die Frage zentral, wie der Wert der Währung ermittelt wird. Seit den napoleonischen Kriegen gab es in den Notenbanken den Gegenwert Gold. Seitdem ist der genuine Freihandel, also die radikal unabhängige Marktwirtschaft Geschichte. Die europäischen Staaten profitierten von dem Freihandel sehr, auf dessen Rücken bis in die 1890er Jahren die großen europäischen Imperien entstanden waren. Die sogenannte "Monetarisierung" ist ein Schlüsselbegriff, um zu verstehen, wie die Kolonien in Afrika und Ost-Afrika entstanden sind. Man kann die Geschichte des Ersten und Zweiten Weltkriegs auch anhand währungspolitischer Entscheidungen nacherzählen. Karl Polanyi tut das und ich erzähle an dieser Stelle stark verkürzt nach. Die Imperien traten bald mit ihren stabilen Goldstandard-Währungen in gegenseitige Konkurrenz und Europa spaltete sich in zwei feindliche Fraktionen: Frankreich, Großbritannien und Russland auf der einen, Deutschland, Österreich-Ungarn, Italien und das Osmanische Reich auf der anderen Seite. Dies war eine Grundlage für den Ersten Weltkrieg - nachzulesen in dem hier überall verlinkten Buch. Da die notwendigen Transaktionen der Staaten das Goldvorkommen übertrafen, wurde nicht mehr der genaue Gegenwert in der Zentralbank gelagert, sondern nur noch ein Bruchteil davon. In den 1930ern geschahen umwälzende Veränderungen: Die damals größte Weltmacht Großbritannien löste sich 1931 wegen einer Schuldenkrise vom Goldstandard. Die Schulden waren in den „wilden Zwanzigern“ entstanden, als die Finanzsektoren mit vielen Investitionen die Industrie übernahmen. Ähnliche Phänomene zeigten sich in den USA, Russland und Deutschland. Im Jahr 1944 wurde das Bretton-Woods-System begründet, das den durch Kriegswirtschaft gestärkten US-Dollar in das Zentrum der weltweiten Währungspolitik rückte. Ziel war, den Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer einzigen, starken Währung zu finanzieren. Dabei sollte verhindert werden, dass ein Währungskampf zwischen den europäischen Staaten entstehen würde, wie er in den Zwischenkreigsjahren zur Eskalation beigetragen hatte. Die Institutionen, die diese Stabilität erzeugen sollten, und die den Dollar nach Europa und Japan bringen sollten, waren der Internationale Währungsfonds IWF und die Weltbank (Internationaler Währungsfonds), die daher auch „Bretton-Woods-Institutionen“ genannt werden. Das Bretton-Woods-System war zentral für die Stabilisierung der Währungen weltweit. Der US-Dollar ist seitdem ein zentrales Werkzeug der USA, um ihre Hegemonie in der Welt zu verfestigen: An den Börsen wird der Wert ausländischer Währungen in Dollar gemessen, 60% der weltweiten Zentralbankreserven sind Dollars, 40% der weltweiten Schulden sind Dollars. Diese Zahlen nehmen langfristig ab, und somit verliert das mächtigste Machtinstrument der USA an Einfluss. „Wachstum“ ist noch immer das zentralste Schlüsselwort des Weltmarkts. Mit Bretton-Woods und Marshallplan begann die längste stabile Phase kapitalistischen Wachstums der Weltgeschichte.

Seitdem hat sich sehr viel verändert. Was davon für Ostafrika relevant ist, erfahrt ihr morgen.

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Monatsrückblick Mai 2021 (05/21) Teil 2

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Monatsrückblick Mai 2021 (05/21) Teil 2.

Der Rechtsruck in Europa nimmt weiter Form an. In der spanischen Hauptstadt Madrid wird die konservative PP eine Koalition mit der offen faschistischen Vox-Partei eingehen. Isabel Díaz Ayuso gewann unter anderem mit dem Versprechen, die Corona-Maßnahmen zu lockern (5.5). Die bereits amtierende PP-Regionalpräsidentin Ayuso hat schon den Anfang des Endes der sozialistischen Minderheitsregierung in Spanien verkündet. Die nächste turnusmäßige Parlamentswahl ist zwar erst im Herbst 2023, aber es ist möglich, dass die aktuelle Regierung unter Premierminister Sánchez bereits früher zurücktritt. Ob Ayuso, das Gesicht der PP-Vox-Koalition dann auch als Premierministerin kandidiert, ist wahrscheinlich. Die Vox ist derzeit die drittgrößte Partei Spaniens und Isabel Ayuso gilt mit ihren 42 Jahren bei vielen als die „spanische Marine Le Pen“.

In Frankreich spürt die ohnehin rechtspopulistische RN-Partei unter Marine Le Pen prominenten Rückhalt aus dem Militär. Zuerst riefen 20 französische Ex-Generäle und gut 1000 weitere Militärs zum Putsch in Frankreich auf, um mit dem "Islamismus und den Horden des Banlieues" aufzuräumen (27.4). Dann warnten französische Soldaten in einem weiteren Brandbrief vor einem Bürgerkrieg wegen Macrons "Eingeständnissen für Islamismus" (11.5). Die schockierenden Worte bedeuten nicht, dass es in Frankreich in nächster Zeit tatsächlich zum Militärputsch kommen wird, aber sie zeigen eine Tendenz für die Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2022. Präsident Macrons Zustimmungswerte sind seit seinem Amtsantritt immer wieder auf Talfahrt und so ist es kein Wunder, dass Le Pen mit ihm in den Umfragen derzeit gleichauf ist. Für 2022 besteht eine realistische Chance, dass Marine Le Pen die Wahlen gewinnt.

Dass ein Rechtsruck nicht nur bei konservativen und rechtspopulistischen Parteien stattfindet, zeigt sich in Dänemark. Hier regiert seit 2019 die sozialdemokratische Partei unter der Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Sie kooperiert im Parlament mit den Linken, den Links-Grünen und den Sozialisten. Zwar gilt ihre Innen- und Sozialpolitik als progressiv, aber ihre Migrationspolitik ist eine der härtesten Europas. Schon 2018 war Dänemark in den Schlagzeilen, weil es kriminell gewordene Geflüchtete auf eine möglicherweise verseuchte dänische Insel, den sogenannten „Virus-Felsen“ outsourcen wollte (7.12.18). Das Vorhaben wurde zwar von der aktuellen Regierung fallen gelassen, aber der Trend geht weiterhin in diese Richtung. 2019 wurde der Familiennachzug mit der Begründung erschwert, den dänischen Wohlfahrtsstaat vor der Globalisierung zu schützen (25.8.19). Im März schließlich erklärte Dänemark Syrien für ein sicheres Herkunftsland (3.3), woraufhin 189 Syrerinnen und Syrern die Aufenthaltsberechtigung entzogen wurde (14.4). Der Outsourcing-Supergau geschah in diesem Mai, als die UN Dänemark aufrief, kein Outsourcing der Asylverfahren zu betreiben (29.5). Die Idee ist, dass Asylsuchende in Drittstaaten Asylanträge für Dänemark stellen können, zum Beispiel in Ruanda (5.5). Auf diese Weise will sich Dänemark der sogenannten „Migrationsproblematik“ entledigen. In diesen Drittstaaten aber kann oft nicht für die Sicherheit und ausreichende Versorgung der Asylsuchenden garantiert werden! Die dänische Regierung könnte somit den Startschuss setzen für eine ganze Outsourcing-Welle in Europa, die schließlich mit der Errichtung einer wirklichen Festung Europa gekrönt werden könnte. Auch im Inland überlegt sich die Regierung umstrittene Maßnahmen, um mit Migrantinnen und Migranten umzugehen: Ab 2021 sollen religiöse Predigten nur noch in der dänischen Sprache durchgeführt werden, um sie besser zu kontrollieren (8.11). Und Dänemark will außerdem eine Höchst-Quote von 30% „Bewohner mit nicht-westlichem Hintergrund" in Wohngebieten einrichten, um "Parallelgesellschaften" zu verhindern (19.3). Dass der Rechtsruck in Europa keineswegs ausschließlich relativ jung und weiblich ist, zeigt natürlich ein Blick nach Polen, Ungarn, Slowenien, Deutschland, Österreich und die EU-Außengrenzen.

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USA / Europa / Österreich

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Andere problematische Gesetze und behördliche Maßnahmen in Europa lassen sich im Kontext der Terrorismus-Bekämpfung beobachten. Nach der Attacke von Nizza, mutmaßlich in Reaktion auf Macrons Islam-Äußerungen (10/20), und den IS-Anschlägen von Wien mit vier Toten (3.11), entzündete sich bis zum heutigen Tag eine Debatte über die Verhältnismäßigkeit der europäischen Anti-Terror-Maßnahmen. Dabei leistete Macron den ersten Vorstoß, indem er die Überwachung der Grenzen zu den europäischen Nachbarländern verdoppelte (8.11) und eine „tiefgreifende Überarbeitung der Schengen-Regeln“ forderte (5.11), was wohl eine faktischen Abschaffung der absoluten Reisefreiheit in Europa und eine Errichtung der „Festung Europa“ an ihren Außengrenzen bedeutet hätte. Passend dazu sind weitere Misshandlungen der Kroatischen Polizei gegen Flüchtlinge (10.10), sowie illegale Pushbacks öffentlich geworden (28.11). Das Anti-Folter-Komitee kritisierte die Bedingungen in griechischen Flüchtlingscamps scharf (19.11). Kombiniert wurde Macrons Vorstoß mit den Maßnahmen im konservativ-grünen Österreich, nach denen „Gefährder“ (ein nicht klar abgegrenzter Begriff) lückenlos überwacht werden dürfen und Terrorismus-Vorbestrafte auch nach ihrer Haft noch in Staatsgewahrsam bleiben müssen. Vorgesehen ist ferner, dass der politische Islam ein eigener Straftatsbestand wird, um Terrorpropaganda in Vereinen und Moscheen zu verhindern (12.11). Potentielle Proteste dagegen waren wegen eines radikalen Shutdowns nicht möglich (14.11). Dass der „politische Islam“ in Europa eine wichtige Rolle in der Gemeindearbeit und Integration spielt, bleibt dabei völlig außen vor. Auch, dass es bei Terroranschlägen der letzten Jahre eigene Gemeindemitglieder der Islamisten waren, die ihr Morden akut gestoppt haben, wird zu wenig gewürdigt. Es ist daher erschreckend, dass auch in Deutschland CDU und AfD Sympathie für ein Verbot des „politischen Islams“ zeigen (12.11). Diese populistische Maßnahme ist auch ein Zeugnis von der Überforderung der Behörden, die seit 2015 immer wieder ihr Versagen gegenüber Attentätern bewiesen haben. Der EU-Ministerrat nahm das zum Anlass, einen generellen Zugriff auf verschlüsselte Nachrichtendienste, wie WhatsApp für Ermittlungsbehörden zu erlauben (9.11), was in Deutschland wohl auch bald umgesetzt werden wird (30.11,1.12). Insgesamt stellen diese Maßnahmen laut Human Rights Watch eine Gefahr für Meinungsfreiheit, Unabhängigkeit der Justiz und Missbrauchsschutz in Behörden dar (16.11). Unterdessen ließ die deutsche Regierung verlauten, nichts gegen die Völkerrechtsverbrechen der USA zu tun, die von deutschem Boden in Ramstein ausgehen (26.11).

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Italien / Deutschland / Österreich

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Mussolini In Opposition zu diesem liberalen Regime war Benito Mussolini zum Chefredakteur der sozialistischen Zeitung „Avanti!“ aufgestiegen, die im Zeichen der Weltrevolution publizierte. Als Mussolini seine sozialistischen Ideen zunehmend nur auf Italien projizierte, wurde er entlassen – er war zu national-sozialistisch. Sein skrupellos-opportunistischer Aufstieg erfolgte nun unter der Bewegung des Faschismus. Als Symbol für den Faschismus wählte man die römische „fascis“, ein Rutenbündel, das, zum Bündel mehrerer Holz-Stiele mit aufgesetztem Axt-Blatt, auch als potentes Hinrichtungsinstrument genutzt wurde. Es vereinte somit die Symbole der arbeitenden Bevölkerung (Rutenbündel) und dem bevorstehenden Wandel (Hinrichtung der Oligarchen). Das geschah in Reaktion auf den Liberalismus, der die Schwachen der Gesellschaft benachteiligte und später auf den Kommunismus Russlands, der die gesamte Führungselite entmachtete, wodurch die Wirtschaft zusammenbrach. Stattdessen baute der Faschismus den scheinbar schützenden Organismus des Volkskörpers auf, der auch die Ärmsten der Armen als Mitglied anerkannte. Doch es waren nicht die Oligarchen, die dem Faschismus Mussolinis zum Opfer fallen sollten, sondern die gesamte linke Gesellschaft. Als sich Mussolini 1914 als einer der ersten offen für den Kriegseintritt gegen Deutschland positionierte erreichte er damit das nationalistische Publikum. Als um diese Frage 1915 beinahe ein Bürgerkrieg ausbrach verbündete sich Mussolini mit Rechts-Nationalisten, Links-Nationalisten und (wichtig!) Teilen des liberalen Bürgertums des italienischen Nordens. Mussolinis pro-Kriegs-Propagandamaschinerie wurde ab 1917 mit wöchentlich umgerechnet 6400€ vom britischen Geheimdienst MI5 unterstützt, der ein Interesse an der Kriegsbegeisterung Italiens hatte, das davor einen herben Rückschlag durch Österreich-Ungarn erlitten hatte. Mussolini war zwar ein Feind des kapitalistischen Liberalismus aus Großbritannien, doch die Briten wussten in ihm auch einen wichtigen Verbündeten: Um seinen Machtanspruch zu festigen, hatte er sich mit den Oligarchen verbündet und war somit ein Garant für den Kapitalismus. Als 1918 der marxistische Revolutionsexport aus Russland Fahrt aufnahm, strich Mussolini vollends das „links“ aus seinen aufgebauten Strukturen, da er seine aufgebaute Macht von der Weltrevolution bedroht sah. Zu diesem Zeitpunkt war bei Mussolini endgültig ein mit sozialdarwinistischen Elementen aufgeladener autoritärer Nationalismus in den Vordergrund getreten. Nach dem berühmten „Marsch auf Rom“ durch die faschistischen Schwarzhemden und der Verschmelzung Mussolinis faschistischer Partei mit der national-konservativen wurde er 1922 zunächst italienischer Ministerpräsident und ab 1925 Diktator – Duce. Um seine Macht zu sichern, militarisierte er seine Anhänger, die Schwarzhemden, und die Bevölkerung, angeführt von den Paramilitärs der Großbürger weiter. So wurde jede Keimzelle des radikal linken und links-liberalen Denkens erstickt.

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USA / Europa / Frankreich

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Früher Faschismus in Europa In den 1920er Jahren gab es weitere faschistische und nationalsozialistische Bewegungen in Frankreich, Belgien, der Tschechoslowakei, Litauen, der Ukraine und Österreich, aus der jener Tagelöhner als Führer des Großdeutschen Reiches aufstieg, der zur wohl bekanntesten Person des 20. Jahrhunderts wurde. Als sich in den 1930er Jahren in mehreren europäischen Ländern ein faschistisches Regime etabliert hatte, ergaben sich auch gleich schon erste Differenzen. 1934, vor dem spanischen Bürgerkriegs zwischen Sozialisten und Faschisten formulierte es der Führer der spanischen Faschisten noch so: „Italien und Deutschland wandten sich wieder ihrer eigenen Authentizität zu, und wenn wir ebenso verfahren, wird die Authentizität, die wir finden, ebenfalls die unsere sein.“ Das ist ein Bekenntnis zum System des Faschismus, aber auch eine Abgrenzung von den Ergebnissen der anderen Nationen. Die „Authentizität“ ist das völkisch-nationalistische „Über-Ich“ der Nation, dem sich die Bevölkerung hinten anstellen muss und durch das ethnische Säuberungen legitimiert werden. Vergleichbar ist das heute mit der Denkweise „Ethno-Pluralismus“, wie ihn etwa die NPD verfolgt und auch verändert im Begriff der „deutschen Leitkultur“ der AfD und / / / / ihren Platz findet. Damals wie heute wurden die bestehenden (schlechten) Systeme mit populistischen Phrasen und auch Taten kritisiert. So kam auch der „Sozialismus“ in den deutschen National-Sozialismus. Hitler hatte in seinem gesamten Leben nie einen Sozialismus verfolgt, wie Mussolini es beispielsweise getan hatte, und erließ soziale Gesetze nur, um sich der Beliebtheit der wählenden Bevölkerung zu versichern. Das in Kombination mit Macht und Skrupellosigkeit sind verkürzt die Grundböden für Hitlers Aufstieg. Dies ist der europäische Faschismus, der als Exportgut Indien, Chile, Brasilien, Südafrika und bald die USA erreichte. Faschismus, der eigenständig außerhalb Europas entstanden ist, war meistens kurzlebig oder erfolglos. Auch heute noch gibt es Regierungen oder Gruppen, denen man faschistoide Tendenzen vorwirft. (Siehe Teil 2 nächste Woche).

tl;dr: Die Ursprünge des Faschismus liegen in Italien. Er entstand zunächst in Reaktion auf den autoritären, liberalen Kapitalismus, der die Bevölkerung ausbeutete, fand jedoch gegen Ende des Ersten Weltkriegs einen neuen Erzfeind, als der Kommunismus in Europa immer mächtiger wurde. Der Faschismus konnte sich nicht auf dem sogenannten Dritten Weg halten und verbündete sich mit dem italienischen Großbürgertum, dessen er sich später einverleibte. Mussolinis Aufstieg war eine Antwort auf soziale Missstände, schuf aber gleichzeitig im Namen des Wohlstands für das italienische Volk viele Bürgerrechte ab und terrorisierte es. Ähnlich verhielt es sich ein bisschen später in vielen Teilen Europas.