Russland / Naher Osten / Sudan
Gruppe der Sieben
Gruppe der Sieben-Staaten planen Alternativprogramm zu chinesischer Neuer Seidenstraße für 600Mrd€, das bereits 2021 von Biden vorgestellt worden war.
Gruppe der Sieben-Staaten planen Alternativprogramm zu chinesischer Neuer Seidenstraße für 600Mrd€, das bereits 2021 von Biden vorgestellt worden war.
Regierung vermeldet "massive" Luftangriffe aus Belarus kommend Russische Truppen erobern seit Wochen umkämpfte Stadt Sjewjerodonezk; Gruppe der Sieben-Staaten wollen Import russischen Golds verbieten.
Präsident Bazoum wirft Gruppe der Sieben vor, "Afrika zu bestrafen", da G7-Staaten nicht mehr in dortige fossile Energien investieren wolle, nachdem sie zuvor Jahrzehntelang eine Abhängigkeit aufgebaut hätten; Ölproduktion in Tschad soll erhöht werden.
DE führt 2 Wochen vor Gruppe der Sieben-Treffen in Oberbayern wieder Grenzkontrollen zu Schengen-Nachbarländer ein.
Gruppe der Sieben-Staaten wollen kein russisches Öl mehr kaufen; Bis zu 60 Tote nach russischem Luftangriff auf Schutzbunker befürchtet.
Gruppe der Sieben-Staaten wollen laut deutschem Wirtschaftsminister russische Energielieferungen nicht mit Rubel bezahlen; Russland will fortan Öl nicht mehr nach Europa, sondern nach Asien exportieren; Kasachstan distanziert sich von Russland; Spanien stellt 16Mrd€-Plan vor, um Wirtschaft und Haushalte von steigenden Energiekosten zu entlasten.
Gruppe der Sieben beschließen "verheerendes" Sanktionspaket; UK kündigt "größte" Sanktionen an; EU will auch Belarus sanktionieren (tG); "Westliche" Politiker+ fordern Abkopplung Russlands vom internationalen Zahlungssystem Swift; Südkorea schließt sich Sanktionen an, Indonesien nicht; UN sendet 20Mio$-Hilfsgüter in Ukraine.
Gruppe der Sieben-Staaten bitten tunesischen Präsident Kais Saied um Rückkehr zu demokratischen Institutionen; Parlament tagt seit Monaten nicht.
Gruppe der Sieben-Staaten uneins über Ende der Evakuierungsaktionen; USA wollen noch Ende August abziehen (dS); Deutscher Bundestag erlaubt Entsendung von weiteren 600 Soldaten zur Hilfe bei Evakuierung (taz).
Juni 2021 (06/21).
Die Klausurenphase steht an, weswegen der Monatsrückblick für diesen Juni etwas kürzer ausfällt und etwas später kommt.
In diesem Monat gab es interessante Entwicklungen zum Thema der internationalen militärischen Interventionen in Afrika. Eine kurze Zusammenfassung der letzten Monate diesbezüglich: Anfang März erklärten die USA die ASWJ in Mosambik, sowie die ADF in Uganda und dem Kongo zu terroristischen Organisationen mit Verbindungen zum IS. Zusammen mit Südafrika starteten die USA eine Kooperation gegen die ASWJ. Zeitgleich verkündete der US-Gesandte zur Bekämpfung des IS, dass der IS vermehrt in Afrika zu bekämpfen sei. Der „War on Terror“, den George Bush 2001 nach den Anschlägen vom 11. September ausrief, könnte hier seine nächsten Opfer finden. Auch Italien macht offensichtlich dafür Werbung (28.6). Wenige Tage nach der Brandmarkung der ASWJ als „terroristisch“ überfiel sie eine Stadt in der nordmosambikanischen Provinz Cabo Delgado. Dieser Überfall generierte internationale Aufmerksamkeit, weil dabei ein französisches Gasprojekt und weiße Menschen in Gefahr zu sein schienen. Der Gipfel der Gruppe der Sieben-Außenminister Anfang Mai in London forderte daher die mosambikanische Regierung auf, die Aufständischen zu bestrafen und die südlich afrikanische Staatenorganisation Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika einigte sich nach langen Verhandlungen auf eine Einsatztruppe (23.6), die 10 Millionen Euro kosten soll (29.6). Auch die EU will für Mosambik im Juli eine Ausbildungsmission unter der Leitung des ehemaligen mosambikanischen Kolonialherren Portugal beschließen (17.6). Unterstützt werden soll die mosambikanische Armee, der im Einsatz 2020 Folter und außergerichtliche Exekutionen vorgeworfen wurden, und die humanitäre Hilfe für geflüchtete Menschen verweigert – keine guten Partner. Die Konsequenzen dieses Umgangs mit der ASWJ als „internationale Terroristen“ habe ich im April-Rückblick und dem eine Woche später erschienenen „Update zu Cabo Delgado“ beschrieben.
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo gilt seit dem 01. Mai 2021 das Kriegsrecht in zwei Provinzen, um die ugandische islamistische Miliz Allied Democratic Forces zu bekämpfen. Trotz dessen gab es islamistische Massaker mit dutzenden Toten (1.6,4.6) und jüngst eine Anschlagserie auf die Großstadt Beni (28.6). Dass die Armee der Demokratische Republik Kongo hier mit der Situation offensichtlich überfordert ist (23.6), könnte ein passender Anlass für „westliche“ Staaten sein, dort gegen Terrorismus zu intervenieren. Problematisch ist, dass der Begriff des „Terrorismus“ spätestens seit dem US-Präsidenten Bush häufig angewendet wird, um unverhältnismäßige Gewalt gegen die politischen Gegner zu legitimieren. Wer garantiert, dass das nicht auch die Umweltaktivistinnen und Umweltaktivisten im Osten der Demokratische Republik Kongo (14.4) betreffen würde? Wenn es in der Schweiz denkbar ist (13.6), so ist es auch im Kongo.
Gruppe der Sieben-Treffen (12.6) in Cornwall war Superspreader-Event, das zu Fall-Zunahme von 2450% geführt hat.
Gruppe der Sieben-Staaten planen großes Infrastrukturprogramm, das chinesischer "Neue Seidenstraße" Konkurrenz machen soll.
Gruppe der Sieben-Staaten investieren 42Mrd$ mehr in fossile Brennstoffe (189Mrd$) als in erneuerbare Energien (147Mrd$).
Gruppe der Sieben-Staaten wollen globale 15% Mindest-Unternehmensteuer durchsetzen, um Steueroasen für multinationale Konzerne zu versanden; Steuereinnahmen sollen u.a. Corona-Löcher in Staatshaushalten stopfen; irische Regierung besteht auf Recht, auch weiterhin Niedrigststeuern für multinationale Tech-Konzerne zu erheben.
Gruppe der Sieben-Staaten wollen finanzielle Unterstützung von Kohleabbau im Ausland künftig einschränken.
Update zu Cabo Delgado.
Im letzten Monatsrückblick zu April hatte ich einen Fokus auf die Unruhen in der nord-mosambikanischen Provinz Cabo Delgado gelegt. Seitdem sind einige Dinge passiert.
Der wohl wichtigste Grund, weshalb ich ein Update für angebracht halte, sind die Nachrichten vom 06. Mai. Am Tag zuvor einigten sich die USA und Südafrika auf eine Kooperation gegen die „IS-Terroristen“ von Cabo Delgado. Der Gipfel der Gruppe der Sieben-Außenminister am Mittwoch in London forderte außerdem die mosambikanische Regierung, die Aufständischen zu bestrafen. Im Anbetracht der Bewaffnung und er Zerstreuung des islamistischen ASWJ-Aufstandes in Cabo Delgado ist dies nur mit einer großen Militär-Aktion zu erreichen. Da sich die südlich afrikanische Staatenorganisation Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika bisher noch nicht auf den Einsatz einer 3000 Soldaten starken Einsatztruppe mit Kampfhelikoptern und Kriegsschiffen einigen konnte, werden nun außer-regionale Armeen eingreifen müssen. Dass die USA in irgendeiner Form militärisch in Cabo Delgado intervenieren wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar – überhaupt ist unklar, wie die Kooperation zwischen den USA und Südafrika aussehen wird. Es gibt gute Indizien dafür, dass die USA in Bidens Amtszeit deutlich involvierter in Afrika sein wird. Anfang März, wenige Tage vor dem Überfall auf Palma, erklärten die USA die ASWJ, sowie die Allied Democratic Forces in Uganda und dem Kongo zu terroristischen Organisationen. Beiden sagt die US-Regierung Verbindungen zum IS nach. Der IS tut übrigens das gleiche, um falsche Größe zu suggerieren. Zeitgleich verkündete der US-Gesandte zur Bekämpfung des IS, dass der IS vermehrt in Afrika zu bekämpfen sei. Der „War on Terror“, den George Bush 2001 nach den Anschlägen vom 11. September ausrief, könnte hier seine nächsten Opfer finden.
Etwas konkreter formulierte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell die Zukunft Cabo Delgados: Die EU erwäge den Einsatz militärischen Personals zum Training der mosambikanischen Streitkräfte. Militärische Interventionen der EU waren bis vor wenigen Wochen auf Ausbildungsmissionen und technische Hilfe beschränkt. Doch am 24. März 2021 einigten sich die EU-Außenminister auf einen gemeinsamen EU-Militärfonds EPF, der bis 2027 mit fünf Milliarden Euro ausgestattet werden soll. Über diesen neuen Fonds kann nun auch die EU Waffen exportieren – ohne Kontrolle des EU-Parlaments. Bisher exportierten vor allem Frankreich und Deutschland Waffen, z.B. nach Mali und in den Tschad, wo die Waffen von den Soldaten eingesetzt wurden, um Zivilistinnen und Zivilisten zu massakrieren und in die Flucht zu schlagen. Der EPF-Fonds soll Frankreich und Deutschland finanziell entlasten und andere EU-Mitglieder belasten. Die EU behauptet, durch diese Waffenlieferungen in instabile Regionen den Sieg gegen „die Terroristen“ zu unterstützen. Das Schlagwort „Fluchtursachen bekämpfen“ wird auf diese Weise von der EU heftigst missbraucht. Das einstige „Friedensprojekt EU“ ist somit wohl endgültig beendet. Jetzt, da die EU also einen militärischen Einsatz in Mosambik erwägt, könnte Mosambik das erste Land werden, an das die EU auch Waffen verkaufen wird. Die Erfahrung der westlichen Militäreinsätze gegen islamistische Rebellionen in der Sahel-Zone zeigt aber, dass die Gewalt durch ausländische Militäreinsätze und Waffen nicht abnimmt, sondern wächst. Im Vergleich zu 2015 hat die Gewalt in der Sahelzone um das Zehnfache zugenommen. Das liegt nicht nur an den Soldaten, sondern auch daran, dass viele Waffen aus Europa in die Hände der Rebellionen fallen. Auch der neue EPF-Fonds wird nicht genug dagegen tun. Ein ähnlicher „War on Terror“ in Mosambik hätte wahrscheinlich ähnliche Folgen.
Gruppe der Sieben-Außenminister rufen China auf, nationale Sicherheitsgesetze für Hong Kong nicht zu erheben.
USA verschieben Gruppe der Sieben-Gipfel und wollen zusätzlich Australien, Russland, Südkorea und Indien einladen.