El Salvador Seit 2019 ist der neoliberale Nayib Bukele Präsident von El Salvador. Ihm warf das Parlament im Februar einen Putsch vor (11.2), als schwerbewaffnete Soldaten das Parlament besetzten und die Abgeordneten dazu zwangen, der Erhöhung des Militärbudgets um 100 Millionen Dollar zuzustimmen (10.2). Bukele hat sich wohl außerdem mit inhaftierten Gang-Anführern verbündet, um ihre Haftbedingungen zu erleichtern, wenn sie im Gegenzug Bukele unterstützten (5.9). Auch nach El Salvador fanden von den USA aus Abschiebungen statt (5.2), was Bukele beenden wollte, da El Salvador die Infrastruktur dafür fehle (6.2). Als ein wichtiges historisches Detail gab die el salvadorianische Armee zu, das El-Mozote-Massaker mit 1000 Toten 1981 auf Geheiß der USA begangen zu haben (25.1). Daraufhin behinderte die Regierung die Aufklärung dieser Verbindungen (5.10). Auch wurde der Ex-Vize-Verteidigungsminister Montano wegen 8-fachen Mordes 1989 zu 133 Jahren Haft verurteilt (12.9). Als weitere vergangenheitsbezogene politische Handlung erließ El Salvador ein Gesetz, das Verbrecher des Bürgerkriegs vor juristischer Verfolgung schützte. Ein ähnliches Gesetz wurde 2016 für verfassungswidrig erklärt (28.2). Dass Bukeles Autoritarismus auch vor Corona-Politik nicht Halt machte zeigte sich, als er entgegen der Verfassung und ohne Beteiligung des Parlaments den Lockdown verlängerte (24.5). Während des Corona-Lockdowns versuchten Gangs vermehrt, den Notstand für sich auszunutzen, wodurch es zu täglich 22 Morden kam. In Folge dessen wurden die Gefängnisse brutal überfüllt (28.4). Wieder per Dekret, verfassungswidrig und ohne Absprache mit dem Parlament öffnete Bukele im Juni die Wirtschaft (25.6). Erst ein offener scharfer Protest der Ärztekammer machte diese Öffnung rückgängig (29.7). Als die Grenze zu Honduras militarisiert wurde, um den Virus aufzuhalten fanden dagegen Proteste statt (2.11).
Nicaragua In Nicaragua regiert Daniel Ortega, der bereits 1979 bis 1990 regierte und seit 2006 wieder an der Macht ist. War er vor 40 Jahren noch mit progressiver Sozialpolitik ins Amt getreten, nahm seine Beliebtheit nach einer Rentenkürzung 2018 ab. Als klassischer starker Staatsmann begann das Jahr für ihn mit einer Amnestie für 91 inhaftierte Oppositionelle, denen er so seine Macht demonstrierte (3.1). Doch körperlich schien seine Stärke in diesem Jahr nachzulassen. Es ging das Gerücht um, dass er nach drei Herzinfarkten klinisch tot sei (6.4). Die EU verhängte gegen Ortega und sechs Verbündete Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen (10.5). Auch aus der Ukraine erwartet Nicaragua Sanktionen, nachdem Nicaragua ein Honorarkonsulat auf der russisch besetzten Krim eröffnete (14.11). Der Widerstand gegen Ortega organisierte sich auch innenpolitisch. Rechte, Oligarchen und Ex-Sandinisten verbündeten sich zusammen mit sozialen Bewegungen (1.3). Auf die Corona-Pandemie reagierten die Nicaraguaner zunächst mit Demonstrationen gegen das Virus selbst (22.3). Bei kleineren sozialen Unruhen verhaftete die Polizei mehrere Demonstrierende, obwohl der Oberste Gerichtshof wegen Überbelegung der Gefängnisse Festnahmen verboten hatte (20.4). Von der Gewalt im Land profitiert übrigens auch der deutsche Waffenhersteller SIG-Sauer (14.6).