Anfang der 2020er im Sudan 1.
13.01.2020: - Schwere Gefechte in Hauptstadt Khartoum zwischen Militär und ex-Geheimdienst NISS, der unter ex-Präsident Omar al-Baschir mächtig war.
06.03.2020: - USA heben Sanktionen gegen Sudan auf, die jetzt in Übergangszeit von Militär und Zivilisten regiert wird.
29.06.2020: - Protestbewegung, die 2019 Präsident Baschir gestürzt hatte ruft zu Protesten für mehr Bürgerbeteiligung auf (bbc).
12.07.2020: - Sudan schafft seit 30 Jahren bestehende islamistische Gesetze ab und erlaubt Glaubensunzugehörigkeit, Alkoholkonsum und wird somit Menschenrechten gerecht; geschieht kurz nach Regierungsumbildung (bbc).
14.07.2020: - Sudan erklärt Notstand in Region Darfur, um Proteste gegen Miliz-Attacken mit militärischer Staatsgewalt zu unterdrücken (bbc).
17.07.2020: - Radikale Islamisten rufen zu Konterrevolution und Wiedereinsetzung des Diktators al-Bashir (ST).
03.10.2020: - Regierung Abdalla Hamdok und Haupt-Rebellen unterzeichnen Friedensvertrag, nach Vorbild des Südsudans; nun ist wirtschaftlicher Kollaps Hauptproblem des Sudans, sowie weitere regionale Konflikte und Fluten.
24.10.2020: - Sudan normalisiert Beziehungen zu Israel; Opposition protestiert, da Übergangsregierung Hamdok nicht dazu befugt sei.
14.12.2020: - USA streichen Sudan nach 27 Jahren von Liste der terrorunterstützenden Länder, nachdem Sudan Beziehungen zu Israel aufgenommen hat.
14.01.2021: - Präsident Abdel Fattah al-Burhan kündigt Äthiopien harte Konsequenzen für aktuelle Grenzstreitigkeiten in al-Fashqa-Region an.
21.01.2021: - Bewaffnete versuchen, Wohnsitz eines Gouverneurs der sudanesischen Region Darfur zu stürmen, nachdem am Wochenende 200 Menschen getötet wurden Diese Aktion von heute hängt wohl damit zusammen.
28.01.2021: - Sudan bestreitet, äthiopische Gebiete in der Fashqa-Region zu besetzen; dort herrscht seit September verschärfter Grenzstreit.
09.02.2021: - Premierminister Hamdok setzt wichtigen Rebellenanführer aus Darfur Ibrahim in Kabinettsumbildung als Finanzminister ein.
16.02.2021: - Viele Provinzen erklären Notstand nach Protesten gegen Benzinpreiserhöhung, die wiederum zu Anstieg der Lebensmittelpreise führt.
18.03.2021: - Militär zieht sich aus zivilen Wirtschaftszweigen zurück und übergibt Firmen unter Kontrolle des neuen Finanzminister Ibrahim.
21.09.2021: - Laut Übergangsregierung Hamdok sind Unterstützer des Ex-Präsident Baschir heute mit einem Putschversuch gescheitert.
04.10.2021: - Sudan warnt vor Medikamenten-, Treibstoff- und Weizenknappheit wegen Blockade des Hafens durch Bedscha-Demonstranten (26.9).
17.10.2021: - Proteste für Einsetzen einer Militärregierung; massiver Vertrauensverlust in Premierminister Hamdok, u.a. wegen IWF-freundlichen Reformen.
25.10.2021: - Bei Militärputsch werden Parlament und Premierminister Hamdok abgesetzt; Militär ruft Ausnahmezustand aus; Hamdok unter Hausarrest; Afrikanische Union ruft zu Freilassung auf; USA drohen, Hilfszahlungen zu unterbrechen; Tausende protestieren gegen Militär.
26.10.2021: - Militärführer Burhan beteuert Weg zur Demokratie, ändert aber Teile der Verfassung; ab 17. November hätte die zivile Übergangsregierung des Premierminister Hamdok Macht erhalten, Rat zu ernennen; USA pausieren Auszahlung der 700Mio$-Hilfen; Ärzte+ und Beamte+ rufen zu Streik auf; 3 Tote bei Protesten.
27.10.2021: - Afrikanische Union suspendiert Sudan wegen Militärputsch, bis zivile Übergangsregierung wieder eingesetzt ist.
06.11.2021: - Protestbewegung Forces of Freedom and Change kündigt zweitägigen Generalstreik gegen Putschregierung an und lehnt Machtteilung mit Militär ab.
21.11.2021: - Militärregierung Burhan setzt abgesetzten Premierminister Hamdok wieder als Premierminister ein; Hamdok und weitere Politiker aus Hausarrest entlassen; Soll nun "Technokratenregierung" anführen; Opposition will Deal nicht akzeptieren.
23.11.2021: - 12 Minister treten aus Protest gegen Deal zwischen Militär und Premierminister Hamdok (21.11) zurück.
28.11.2021: - Äthiopische Streitkräfte töten wohl mehrere sudanesische Soldaten in umkämpfter Region al-Fashqa.
23.12.2021: - Premierminister Hamdok kündigt erneuten Rücktritt an; bei Protesten letzte Woche kam es zu 13 zu Vergewaltigungen durch Sicherheitskräfte.