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Afrika

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Nachrichten zu Afrika

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17.06.2020 — USA / Kanada / Australien

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Nicht vergessen! Die Geschichte Nigerias nahm in den 1980er Jahren einen Verlauf, wie er in einigen anderen Ländern der Tropen auch erkennbar ist. Das Bild des Hungernden Kindes im Biafra-Krieg hatte sich bis 1984 ergänzt um Bilder von verhungernden Kambodschanern, Äthiopiern, Mosambikanern und Mauretaniern. Doch diese Bilder spiegelten nur die Wirklichkeit in kleineren Notstandsgebieten wider. Mit schleichendem Hunger, mit Fehl- und Unterernährung, die nach außen weniger sichtbar sind, wurden 1984, davor und danach, etliche Länder nicht fertig. Von 350 Millionen Subsaharaafrikanern lebten beinahe die Hälfte unterhalb der Armutsgrenze, 90 Millionen waren schlecht ernährt. Laut UNICEF starben damals weltweit pro Tag 40.000 Kinder, die wenigsten unmittelbar an Hunger, sondern an einer fatalen Mischung: an Infektionskrankheiten, Durchfall, mangelnder Hygiene und Unterernährung. Die Menschen waren nicht wegen Nahrungsmangel unterernährt, sondern wegen ihrer Armut. Die Weltnahrungsproduktion reichte 1984 statistisch für alle Menschen aus, doch der hohe Fleischkonsum der reichen Industriestaaten (damals USA, Kanada, Australien und Europa) verschlang sehr viel Getreide. Denn Kühe und Schweine sind sehr aufwendige Eiweißproduzenten. 40% des Weltgetreides wurden als Viehfutter verwendet, 60% waren es in der BRD. Knapp die Hälfte der Futtermittelimporte der Bundesrepublik kam aus Ländern der "Dritten Welt", in denen ein Teil der Bevölkerung unterernährt war. So auch aus Nigeria, das von seiner Kolonialmacht Großbritannien eine auf den Export ausgerichtete Landwirtschaft geerbt hatte. Einerseits wurden also viele Lebensmittel exportiert, andererseits nahm die Nahrungsmittelproduktion seit der Unabhängigkeit auch tatsächlich um 10%-20% ab, da Industrialisierung nach westlichem Vorbild stärker gefördert wurde. Als dritte, wohl unmittelbarste Faktoren kamen Dürren durch Überweidung, Abholzung und Überbeanspruchung der Böden hinzu. Der Agrargigant Nigeria wurde schließlich abhängig von Lebensmittelspenden aus den USA und Europa in Form von Weizen. Dadurch brach der nigerianische Markt für Weizen zusammen und viele Landwirte verloren ihre Existenzgrundlage. 100.000 Menschen verhungerten Ende der 1970er und Anfang der 1980er in Nigeria und seinen angrenzenden Ländern. Der Teufelskreis führte dazu, dass der Bedarf an Nahrungsmittellieferungen aus dem Westen für Afrika von 4,3 Millionen Tonnen 1983 auf 5,3 Millionen Tonnen 1984 stiegen, schließlich auf 40 Millionen Tonnen im Jahr 2000.

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01.06.2020 — USA / Afrika / Iran

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tkriegs immer wieder kurz aufflammende Diskussion über *Nuklearwaffen auf deutschem Boden* auf, in der sich die SPD gegen sie, und ihr Koalitionspartner, die CDU für sie ausprachen (3.5). 2019 stiegen die Ausgaben für Nuklearwaffen weltweit um 10% auf 73 Milliarden $. Von der *Corona-Politik im Nahen Osten und Afrika* hört man, wie aus vielen anderen Weltregionen recht wenig, was wohl an unserem Verdruss am Thema liegt. In Saudi Arabien brachen die Aktienkurse um 6,8% ein (3.5) und im Iran verschärft sich die Währungs-, Finanz- und Wirtschaftskrise (5.5). Aus Afrika erreichen uns keine schlimmen Zahlen zu Rezessionen, sondern eher solche: 2/3 der Befragten geben an, bei 2-wöchigem Lockdown Hunger erfahren zu müssen (6.5), oder die Verdopplung der Lebensmittelpreise in Nigeria (16.5). Weltweit sind 130 Millionen zusätzliche Menschen durch Corona-Einschränkungen von Hunger bedroht (24.5). Der autoritär regierende Präsident Ägyptens as-Abd al-Fatah as-Sisi nutzte Maßnahmen zu neuen Repressionen aus (9.5), während der Libanon nach einigem Hin und Her eine totale Ausgangssperre verhängte (12.5) Malaysia und Bangladesch verwehren *Rohingyas in Seenot* Schutz, bringen sie sogar dorthin (8.5). Für seine Unterstützer in Amerika und Europa wird die *israelische Nahost-Politik* zunehmend untragbar, nachdem Raketenangriffe von Israel auf Syrien (6.5) zunehmen, sein Regierungschef Netanjahu strafrechtlich verfolgt wird (24.5), es beinahe das gesamte Westjordanland annektieren will (16.5) und die Gewalt gegen Palästinenser in Jerusalem (30.5) wächst. Die *Präsidentschaftswahl in Polen* (7.5) fand unter ungeklärten Umständen mit einer Beteiligung von 0% statt. In *Burundi* warfen sich vor den Wahlen die regierungstreue Polizei und Opposition gegenseitig Aggressionen vor (6.5,22.5). Trotz guter Chancen der Opposition wurde schließlich die Regierungspartei zum Sieger erklärt (25.5), woraufhin die Opposition eine Neuauszählung beantragte (28.5). Die durch die Epidemie in China unterbrochenen *Proteste in Hong Kong* lebten erstmals wieder auf, als ein pro-chinesischer Richter zum Vorsitzenden des Legislativ-Komittees gewählt wurde (8.5), ein zweites und heftigeres mal gegen ein neues chinesisches Sicherheitsgesetz, das die pro-westlichen Aufstände (24.5) als Terrorismus abtut (28.5). Taiwan mischt sich frisch militarisiert (21.5) erstaunlich lautstark ein (20.5,25.5). Als neue *Corona-Hotspots* taten sich neben Arabien, Russland (9.5) und Lateinamerika (20.5,26.5) hervor, in dem 29 Millionen Menschen akut von Armut bedroht sind (17.5). Besonders betroffen sind El Salvador (24.5), Guatemala, und auch in Chile gab es schwere Zusammenstöße mit der Polizei, die wohl als Hungerunruhen bezeichnet werden können (20.5). In Kolumbien wurden gleichzeitig über 400 korrupte Militärangehörige durch eine Geheimdienstoperation aufgedeckt (21.5). Militärische Spannungen zwischen *China und Indien* lösten sich noch nicht (10.5). In *Lesotho verlängerte sich die Regierungskrise im Mai bis zum Zusammenbruch der Koalition unter Premierminister Thomas Thabane (11.5) und setzte sich somit fort, weil das Land nun keine Regierung mehr hat. Die *Wahlkrise in Guyana* geht in die zweite Runde (12.5). Im hoch gefährlichen Disput über den äthiopischen *Staudammbau am Nil* mit Sudan und Ägypten fanden wieder Telefongespräche statt (22.5), nachdem Äthiopien unmittelbar mit Wasserknappheit gedroht hatte (12.5). *Politik in Syrien* scheint erstmals seit 2011 nicht mehr voll und ganz auf den Bürgerkrieg ausgerichtet zu sein. Einerseits gab es Maßnahmen gegen Corona (13.5), andererseits setzte sich der Familienstreit des Assad-Clans fort (19.5), der das Land auch vor dem Bürgerkrieg maßgeblich bestimmt hatte. Außerdem nimmt das verfassungsgebende Komitee seine Arbeit wieder auf (19.5). In *Venezuela* kam es zu einer merkwürdigen Aktion von elf Söldnern, die mit der Absicht an der Küste landeten, eine Gruppe für den Umsturz der Regierung aufzubauen. Ebenfalls im Kontext von Venezuela wurde Kuba von den USA auf die Liste der terrorunterstützenden Länder (21.5) gesetzt, und ihm von staatlichen deu.

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14.05.2020 — USA / Afrika / Welt

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Nicht vergessen! Entgegen allgemeiner Annahme war die Regierung von Biafra nicht ein von Rebellen kontrollierter Zusammenwurf, der unfähig wäre zu regieren. General Ojukwu, das Gesicht Biafras war der Sohn des reichsten Mannes von Afrika, der mit umgerechnet 4Mrd$ auch zu den reichsten Menschen der Welt gehörte. Dementsprechend hatte Ojukwu seine Bildung in Oxford genossen und hatte bereits in jungen Jahren ein beachtliches Vermögen angehäuft. Ihre Taktik gegen Nigeria war zunächst von Erfolg gekrönt. Eine Arbeitsgruppe von Schriftstellern und Künstlern malte Propaganda-Karikaturen, die in ganz Nigeria Anklang fanden, und schließlich auch jenseits der Grenzen Afrikas. Die Biafra-Story wurde zur Titelgeschichte in den westlichen Medien, auch wegen der damaligen Friedensbewegung, die ursprünglich gegen den Vietnam-Krieg entstanden war. Am 29. Mai 1969 setzte sich ein Student der Colombia-University Bruce Mayrock vor dem Hauptquartier der UNO in New York City selbst in Brand, um gegen die Biafra-Politik Nigerias zu protestieren, die er einen Genozid nannte. Daran starb er. Als der Druck der eigenen Bevölkerung immer größer wurde, entschieden sich die westlichen Unterstützerstaaten Nigerias für eine neue Strategie, die sich die Friedensbewegung sicher nicht so vorgestellt hatte. Großbritannien und die USA lieferten noch mehr Waffen und Militärausrüstung, um den Krieg zuendezubringen. Die Operation Tail-Wind begann in der letzten Dezemberwoche 1969 unter der Führung von Olusegun Obasanjo, der später zwei mal zum Präsidenten Nigerias gewählt werden würde. Nach drei Wochen war die Offensive erfolgreich beendet und General Ojukwu floh in die Elfenbeinküste. Sein Vize Philip Effiong erklärte am 14. Januar 1970 den Truppen Gowons die Kapitulation. Gowon verkündete die Nationale Versöhnung und den Neuaufbau Nigerias.

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13.05.2020 — USA / Tansania / Gabun

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Nicht vergessen! Neben den kriegsprofitierenden Briten waren auch die Franzosen tief im Biafra-Krieg verstrickt. Während die Briten den Norden Nigerias unterstützten, schlugen sich die Franzosen heimlich auf die Seite Biafras. Biafra wurde als Staat von Tansania, Gabun, Sambia, der Elfenbeinküste und Haiti anerkannt. Frankreich hatte bis 1963 die meisten seiner Kolonien in Afrika verloren und war dabei, den Status seiner Weltmacht zu verlieren. Daher bot es sich an, den neuen erdölreichen Staat in Westafrika zu unterstützen. Laut des französischen Präsidenten Charles de Gaulle hatte die Republik Biafra "eine gerechte und noble Daseinsberechtigung". Zusammen mit dem ivorischen Präsidenten Houphouët-Boigny und dem gabunischen Präsidenten Omar Bongo trug de Gaulle zur Verlängerung des Krieges bei, indem er Waffen, Nahrung für das Militär und Söldner bereitstellte. In seiner Rolle als Vertreter Biafras auf der internationalen Bühne klagte Frankreich den Genozid an den Bewohnern Biafras durch Aushungerung an. Neben den genannten Gründen war für Frankreich natürlich auch das Erdöl ein Grund für die Unterstützung Biafras. Der Staat Biafra hatte der französischen Erdölgesellschaft ELF Förderrechte für 7% des biafrischen Erdöls zugesichert, das bisher vom britisch-niederländischen Konzern Shell-BP gefördert worden war. Anfang Juni 1967 war es zum Sechtagekrieg zwischen einer Koalition aus Ägypten, Syrien und Jordanien gegen Israel gekommen, von dem zu Beginn nicht absehbar war, wie weitreich seine Folgen sein würden. Unmittelbare Folge war der Einbruch von Erdölexporten aus Saudi Arabien, Irak, Kuwait, Qatar, Bahrein, Algerien und Libyen, wodurch Europa 1/3 weniger Öl bekam; zudem sperrte der ägyptisch Staatschef Nasser des Suez-Kanal. In Deutschland stammten damals 76% der Erölimporte aus Arabien und dem Iran, in Frankreich 82% und in Großbritannien 73%. Seit der Suez-Krise 1956, bei der es auch einen Ölexport-Stopp gab hatte die Atlantische Wirtschaftsgemeinschaft OECD ein Geheimpapier ausgearbeitet, nach dem die Erdölversorung Westeuropas in einer vergleichbaren Ölkrise durch die USA, Venezuela, Iran und eben Nigeria gedeckt werden sollten. Nun schien es also so, dass Frankreich die Rolle des Zwischenhändlers zwischen Nigeria/Biafra und Westeuropa von den Briten übernehmen wollte. In der nigerianischen Hauptstadt Lagos begannen Proteste gegen Frankreich und weiteten sich bald auf die gesamte nigerianische Diaspora aus, als die Todeszahlen exponentiell anstiegen. Insbesondere in London und New York City demonstrierten Befürworter und Gegner Biafras nicht immer friedlich.

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12.05.2020 — Äthiopien / Niger / Norwegen

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Nicht vergessen! Im ersten Jahr des Biafra-Krieges hatte die Zivilbevölkerung noch die Hoffnung, der Krieg würde sie verschonen und die Schlachten außerhalb der Städte stattfinden. Die Frauen waren vielerorts in traditionellen Männerberufen zum Einsatz gekommen, da die Nachfrage nach Soldaten groß war. Die Hoffnung lag auch auf einer friedlichen Lösung. So kam es etwa zu Verhandlungen in Äthiopien unter der Schirmherrschaft des äthiopischen Kaisers Haile Selassie, der als wichtigster politischer und geistlicher Führer Afrikas, sowie der Afroamerikaner galt, die jedoch scheiterten. Die Fronten im Stillstand wusste sich Gowon anders zu helfen und erließ eine wirtschaftliche Blockade Biafras, die Nahrungsmittel- und Waffenlieferungen via Land, Luft und See verbot. Das war die destruktivste politische Entscheidung in der Geschichte Westafrikas, da sie unmittelbar zu einer Hungerwelle führte, die 2,5 Millionen Menschen das Leben kostete, davon die meisten Kinder. Vor dem Krieg waren selbstgefangene Fische aus dem Meer und dem Niger-Fluss, sowie aus Norwegen importierter Stockfisch die Hauptproteinquelle für die Bewohner der Ostregion. Nachdem Fischerei und Stockfisch-Import verboten wurden, bestand die Diät der meisten Bewohner aus Stampf, einer Mischung aus Pflanzensekreten und Staub. Während des Biafra-Krieges waren westliche Medien bald omnipräsent und lieferten Bilder der Hungernden um die Welt. Das Bild des verhungernden afrikanischen Kindes, das bis heute unser Afrika-Bild prägt war geboren. Biafra-Kinder. Die Aushungerungsstrategie der nigerianischen Regierung war unhaltbar, wurde aber immer weiter fortgesetzt, um General Ojukwu zur Kapitulation zu zwingen.

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08.05.2020 — USA / Nigeria / Schweiz

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Nicht vergessen! Vor 1966 hatte Nigeria als Schweiz Afrikas gegolten, als ein Land, dem der Übergang von autokratischer Fremdherrschaft zur Demokratie gelungen war. Dann kam es zu drei Putschs, die von europäisch ausgebildeten Generälen durchgeführt wurden. Doch die Armee der Bundesrepublik Nigeria hatte mit 8000 Soldaten nie genug Macht über die damals 56 Millionen Nigerianer und die drei Provinzen. Als der Militärgouverneur der Ostregion Chukwuemeka Odumegwu Ojukwu ab 1966 begann, die Igbo im Land aufzurufen, in ihre Provinz heimzukehren, verbreitete sich das Gerücht, die Region wolle sich unabhängig machen. Am Dienstagmorgen gab er die Sezession seiner Provinz von der Republik Nigeria und die Gründung des 41. afrikanischen Staates Biafra bekannt. Damit entbrannte der nigerianische Bürgerkrieg, auch Biafra-Krieg genannt, der bis heute der zweittödlichste Krieg in Afrika und bestimmt das wichtigste Ereignis der nigerianischen Geschichte ist. Biafra war reich an Erdöl und Palmöl, und viele Soldaten und Polizisten auch in den anderen Landesteilen waren Igbos. Die Lage für Nigeria sah also schlecht aus. Noch Wochen zuvor hatten sich Ojukwu und Militärchef Gowon in Ghana getroffen, um Verhandlungen zu führen. Ojukwu forderte mehr Autonomie und Selbstverwaltung für seine Provinz, sowie die Verfügung, über alle dortigen Erdölreserven. Gowon gab vor, die Forderungen anzunehmen, tat aber nach der Rückkehr in die Hauptstadt Lagos das genaue Gegenteil; er machte bekannt, statt der drei bestehenden 12 Staaten nach dem Vorbild der USA zu schaffen, wobei die Staaten kaum Souveränität hätten. Dadurch wäre die Vorherrschaft der Igbos in der Ostregion zerschlagen und sie hätten keinen Zugriff mehr auf die Erdölvorkommen. In Absprache mit Stammesvorstehern erklärte Ojukwu daher am 30. Mai 1967 die Unabhängigkeit der Republik Biafra. Für viele Bewohner bedeutete dies die Wiederherstellung vorkolonialer Zustände.

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04.05.2020 — Afrika / Nigeria / Niger

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Nicht vergessen! Bei der berüchtigten Berliner Afrika-Konferenz von 1884 wurden die Grenzen des heutigen Nigeria gezogen. Doch noch war Nigeria nicht unter der Kontrolle der Briten, weshalb die private "Royal Niger Company" mit dem Auftrag gegründet wurde, alle Fulani, Igbo und Yoruba zu unterwerfen. Nach 10 Jahren hatte der RNC mithilfe von Milizen aus ehemaligen Sklaven-Jägern über 400 Fürstentümer und Städte unter die Kolonialherrschaft gezwungen. Zum Jahresbeginn 1900 verkaufte die RNC das eroberte Land mit seinen 250 ethnischen Gruppen und über 400 Sprachen der britischen Regierung für 865.000£. Noch heute existiert die RNC als Teil des Marktgiganten Unilever, der viele der Produkte herstellt, die wir hierzulande im Supermarkt kaufen können. Die RNC musste die Territorien verkaufen, weil sie nicht gegen die benachbarten Protektorate standhalten konnten, die von dem französischen Staat, sowie dem deutschen Staat unterstützt wurden. Die Briten teilten ihre Kolonie in das große Nördliche Protektorat, das unter der Vorherrschaft der Fulani überwiegend muslimisch war und dem christlichen Südliche Protektorat mit den Igbo und Yoruba. Der Süden war kommerziell für die Briten deutlich profitabler als der Norden, da es hier mehr Rohstoffe gab und insbesondere die Igbo-Elite enger mit britischen Konzernen zusammenarbeitete.

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