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Haiti

Haiti

Haiti-Update und neue Sichtweisen (2).

Warum sind die staatlichen Institutionen derart geschwächt? 2004-2021 2004 begannen Teile jener, von Elitenangehörigen finanzierten, paramilitärischen Truppen einen Putschversuch gegen Aristide, der schließlich von us-amerikanischen und kanadischen Soldaten aus seinem Amtssitz herausgeführt, in ein Flugzeug gesetzt und in die Zentralafrikanische Republik geflogen wurde. Bei diesem Putsch war der heute omnipräsente Guy Philippe aktiv beteiligt. Aristide war somit abgesetzt und die UN-Militärmission MINUTSAH unter Leitung von Lulas Brasilien (Luiz Inácio Lula da Silva) wurde bis 2017 entsendet. Als trotz des Erdbeben 2010 Wahlen stattfanden, gewann schließlich Michel Martelly, obwohl dieser ursprünglich gar nicht in die Stichwahl gekommen war, sondern lediglich auf Druck der US-Botschaft im Land mit einer Wahlbeteiligung von knapp über 20% gewann, wie WikiLeaks wenig später veröffentlichte. Laut Jemima Pierre fand unter Martelly der massive Demokratie- und Institutionenabbau statt, der dazu führt, dass heute in Haiti weder auf kommunaler, noch auf regionaler, noch auf Landesebene demokratisch gewählte Politiker+ regieren, da ihre Amtszeiten seit den letzten Wahlen schlicht abgelaufen sind und keine neuen Wahlen durchgeführt wurden. Auch auf diese Weise scheint eine ausländische Intervention legitimiert zu werden. Pierre argumentiert, dass der 2017 gewählte Präsident Jovenel Moïse lediglich ein Platzhalter für Martelly gewesen sei und dessen Machtstrukturen, die auf Bandengewalt und internationaler Unterstützung beruhten, übernahm. Laut latina press ist der G9-Ganganführer Barbecue „der bewaffnete Flügel“ von Moïse gewesen. Nach Moïse’ Ermordung, die ich, wie bereits erwähnt, als Anlass nahm, mich nach 2021 immer wieder mit Haiti zu beschäftigen, zeigte sich diese institutionelle Schwäche besonders, als nicht nur plötzlich zwei Premierminister Claude Joseph und Ariel Henry miteinander um die Nachfolge Moïse’ konkurrierten, sondern auch der unter Martelly und Moïse entmachtete Senatspräsident Joseph Lambert. Henry setzte sich bekanntlich durch. Den Gegenentwurf zu dieser Staatszerstörung stellen seit mehreren Jahren die anti-interventionistische Montana-Gruppe, sowie Aristides Fanmi-Lavalas-Partei dar, die zuletzt zusammen mit Gewerkschaften, Kirche und Privatwirtschaft einen neuen Anlauf vor der Karibische Gemeinschaft gestartet haben, um ein alternatives Regierungsmodell mit dem Ziel der Demokratie zu errichten. Dieser Aufruf wurde inzwischen unter Ausschluss der Gewerkschaften und Berücksichtigung zweier weiterer Parteien, sowie der Degradierung der Kirche zu lediglichen „Beobachtern“ des neuen Übergangs-Präsidialrates von der CARICOM angenommen und vom guyanischen Präsidenten Irfaan Ali verkündet.

Für eine weitere chronologische Lektüre: Jemima Pierres Überblick über die Ereignisse von 2003-2020 HIER, sowie meine eigene Sammlung der Haiti-Nachrichten von 2020-2023 AB HIER.

Ich vertrete das Argument, dass Haiti kein sogenannter failed state ist, sondern vielmehr ein demolished state, von dem nicht zugelassen werden darf, dass diejenigen, die die Verantwortung für seine Zerstörung tragen, weiter ihre Macht ausüben können. Dazu zählen die haitianischen Eliten, die ihre paramilitärischen Truppen unterhalten, dazu zählen auch diese paramilitärischen (Gang-)Truppen, auch wenn sie sich „revolutionär“ geben, dazu zählen auch die USA, Kanada, das bisher nicht erwähnte Frankreich und in diesem Sinne auch die Caricom, Kenia, Benin, Brasilien, Spanien und Deutschland – eben jene Staaten, die jetzt schon wieder mit Waffengewalt intervenieren wollen oder diese finanzieren.

21 Quellen

Kolumbien / Haiti / Sudan

Benin

Oppositionspartei und Anwaltsverband reichen vor Verfassungsgericht 3 Beschwerden gegen neue Wahlrechtsveränderung ein, die kleineren Parteien Kandidaturen erschwert (von FAToure).

16 Quellen

Haiti / Bermuda / Peru

Benin

Parlament lehnt von Regierungspartei geforderte Verfassungsrevision ab, dessen Ziel es sein könnte, amtierenden Präsidenten Patrice Talon 3. Amtszeit zu ermöglichen (von FAToure).

18 Quellen

Westasien / Welt / Argentinien

Haiti

Laut Antigua und Barbuda hat sich Regierung Ariel Henry bei Karibische Gemeinschaft-Gipfel auch auf Machtteilung mit Opposition vor angekündigten Wahlen geeinigt, was radikale PD-Opposition als "Kriegserklärung" interpretiert und Revolution ausruft; Ein Tag zuvor hatte G9-Ganganführer Barbecue ebenfalls Revolution ausgerufen, im Zuge dessen er zusammen mit bislang rivalisierender GPEP-Gangkoalition mehrere koordinierte Angriffe in Port-au-Prince durchführte und dabei beide internationale Flughäfen, staatliche Universität und zwei Polizeistationen teilweise schwer beschädigt, aber nicht Ziel erreicht, während Premierminister Henrys Auslandsaufenthalt Regierungsmitglieder zu entführen und seine Rückkehr zu verhindern (mit AP); Straßenbarrikaden als Schutz vor Gangoffensive errichtet (von JClark); Henry unterzeichnet in KENIA "gegenseitiges" Polizeientsendungsabkommen, das juristischen Streit um Rechtmäßigkeit der geplanten von Kenia angeführten Multinationale Sicherheitsunterstützungsmission in Haiti-Sicherheitsmission klären soll; Nach Kenia, Bahamas und Benin kündigen nun auch Bangladesch, Barbados und Tschad an, MMSS-Truppen bereitzustellen.

19 Quellen

Guinea / Haiti / Argentinien

Haiti

USA verkünden, dass Benin 2000 Truppen für internationale Multinationale Sicherheitsunterstützungsmission in Haiti-Mission in Haiti unter Leitung Haitis beisteuern wird, das seinerseits 1000 Polizeikräfte entsenden will, aber durch Gerichtsurteil gebremst wurde; Benin ist somit 1. frankophones MMSS-Land; Mission wird mit 200Mio$ von USA und 80Mio$ von KANADA finanziert (von JHansler) und personell bisher hauptsächlich von Kenia und karibischen Staaten, wie Bahamas getragen, deren Regierung Davies sich bei jüngstem Karibische Gemeinschaft-Gipfel in Guyana gegen haitianische Regierung Ariel Henry ausspricht (von LClark); Auch europäische Staaten, wie FRANKREICH und DEUTSCHLAND werden technischen und finanziellen Beistand zu MMSS-Mission leisten; Mission soll gegen kriminelle Banden vorgehen, die Großteil der Hauptstadt kontrollieren und für 1100 Tote, Verletzte und Entführte allein im Januar verantwortlich gemacht werden.

14 Quellen

Aserbaidschan / Armenien / Kosovo

Nigeria

Zahl der Massenentführungen in Zentralnigeria nimmt erstmals seit 10 Monaten seit 2 Fällen in letzter Woche wieder deutlich zu (von MDibie); Shell verkauft an-Land-Ölbetriebe wegen fehlender Sicherheit an nigerianisch-BENINisches Konsortium.

16 Quellen

Senegal / Sudan / Somalia

Nigeria

Regierung Bola Ahmed Tinubu kündigt an, Universitätsabschlüsse aus UGANDA und KENIA, sowie Benin und TOGO nicht mehr anzuerkennen, da diese zu einfach erreicht werden könnten (von GOgala).

14 Quellen

Sudan / Frankreich / Niger

Benin / Westafrika

Präsident Talon kündigt als 1. Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft-Mitgliedsland Wunsch nach "schneller Normalisierung" seiner wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Putschregierungen in MALI, BURKINA FASO und NIGER an.

15 Quellen

Demokratische Republik Kongo / Westafrika / Niger

Westafrika / Niger

Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft-Delegation aus TOGO, Benin und Sierra Leone wird mit nigrischer Militärregierung Abdourahamane Tchiani in Verhandlungen treten, um Sanktionen im Gegenzug zu Verkürzung der Übergangszeit hin zu Demokratie zu lockern; Tchiani gründete zuletzt der ECOWAS konkurrierenden westafrikanischen Sahel-Staatenbund Allianz der Sahelstaaten (mit AFP).

13 Quellen

Armenien / Aserbaidschan / Irak

Niger

Militärregierung Abdourahamane Tchiani erhöht Militärpräsenz an südlicher Grenze zu Benin, das zu den Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft-Ländern gehört, die im Tchiani im August mit Militärintervention gedroht hatte (von ILAOga).

13 Quellen

Indien / Welt / Niederlande

Niger

Militärregierung Abdourahamane Tchiani wirft FRANKREICH vor, Truppen und Militärgerät in SENEGAL, Elfenbeinküste und Benin zusammenzuziehen, um "Aggression" gegen Niger zu starten; Macron kündigt an, nur von abgesetztem Präsidenten Bazoum Anordnung zum Abzug der französischen Truppen in Niger anzunehmen; Sollte Tchiani Macron um Truppenabzug bitten und sollte dies nicht umgesetzt werden, könnte Tchiani dies als Aggression interpretieren.

16 Quellen

Gabun / Niger / Westafrika

Westafrika

EU plant neue polizei-militärische Mission in GHANA, TOGO, Benin und Elfenbeinküste, die allesamt in ihren nördlichen Regionen von islamistischer Gewalt und Milizenbildung bedroht sind (von ABrzozowski), wobei bisher insbesondere Elfenbeinküste in nördlichen Grenzregionen tätig ist.

11 Quellen

Welt / Russland / Äthiopien

In Kürze

Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft lehnt Übergangsfrist von 3 Jahren für Militärregierung Abdourahamane Tchiani ab (mit AP und AFP); Anti-interventionistische Regierung ALGERIENs Abdelmadjid Tebboune beginnt Mediationsgespräche in GHANA, Benin, NIGERIA (mit AFP) und NIGER.

13 Quellen

Niger / Äthiopien / Indien

Niger

Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft-Delegation verlässt Hauptstadt Niamey, ohne Gespräche mit wichtigen Militärs und Politikern geführt zu haben, ergebnislos (mit AFP); ECOWAS-Verteidigungsminister einigen sich nach Treffen auf militärisches Vorgehen gegen Militärregierung Abdourahamane Tchiani, sollte sie nicht bis Anfang nächster Woche Macht wieder abgegeben haben (mit APA); NIGERIAs Präsident Bola Ahmed Tinubu, der auch ECOWAS-Vorsitzender ist, bittet Parlament um Unterstützung zur Legitimierung der nun geplanten Militärintervention; Tchiani kündigt "sofortiges" Vorgehen gegen "Aggression und versuchte Aggression" an und zieht Botschafter aus USA, FRANKREICH, Nigeria und TOGO ab (mit AFP); Militärregierung verbietet Ausstrahlung der französischen Auslandsnachrichtensendet RFI und F24 (mit AFP) und beendet ihrerseits Militärkooperation mit Frankreich (mit Reuters); Abgesetzter und weiterhin inhaftierter Ex-Präsident Bazoum warnt vor Erstarken der islamistischen Gruppen, sollte RUSSLAND Region künftig maßgeblich beeinflussen (mit AFP) und ruft Internationale Gemeinschaft auf, verfassungsmäßige Ordnung in Niger wiederherzustellen; nach SENEGAL sagt nun auch Benin Truppen für ECOWAS-Intervention zu (von DJohnson); Wohl einige der Putsch-Beteiligten in oder von USA ausgebildet (von CKliver).

16 Quellen

Niger / Kolumbien / Tunesien

Niger

US-Präsident Biden nennt aktuelle Lage im Niger "kritischen Moment" und ruft Militärregierung Abdourahamane Tchiani auf, abgesetzten Präsidenten Bazoum zu befreien (von PBeaoumont); SENEGAL kündigt als erstes Land an, eigene Streitkräfte zu möglicher Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft-Militärintervention bereitzustellen, über die heute bei ECOWAS-Verteidigungsministertreffen beraten wurde; Nigrische Militärdelegation trifft zu Gesprächen in MALI ein, dessen Militärregierung Assimi Goïta Tchiani bei möglicher ECOWAS-Intervention militärisch unterstützen will; Vor möglicher Intervention will ECOWAS jedoch alle weiteren Optionen nutzen, Tchiani zur Machtübergabe an zivile Regierung zu bewegen; Neuer ECOWAS-Vorsitzender Bola Ahmed Tinubu besteht jedoch darauf und muss Glaubwürdigkeit der ECOWAS als Bund zivil regierter Staaten erhalten (von JDieterich); Tchiani möchte Drohungen "standhalten" und kritisiert "illegale" Sanktionen (mit AFP), die besonders Bevölkerung schaden werden (von TPany), wie durch Lebensmittelteuerung, z.B. Verteuerung von Reis um bisher 27%; FRANKREICH stellt jegliche Zusammenarbeit mit Niger ein, was angesichts der Kolonialvergangenheit und auch noch zeitgenössischer französischer Ausbeutung Nigers historische Neuigkeit wäre, bzw. falsch ist, weil z.B. nigrische CFA-Währung auch weiterhin maßgeblich von französischer Zentralbank abhängig ist (von MSonneborn und CLatour); Weiter anti-französische und pro-Militär-Proteste in Nigers Hauptstadt Niamey; Laut BENINs Regierung Talon werden Sanktionen nicht Ende der nigrisch-beninischen Ölpipeline bedeuten.

7 Quellen

Ägypten / Mali / Libyen

Nigeria

Neuer Präsident Bola Ahmed Tinubu unterzeichnet Pipeline-Gasexportabkommen, mit dem Nigeria, Benin, LIBERIA und GUINEA Gas über MAROKKO nach Europa exportieren sollen (18.6 ).

5 Quellen

Anfang der 2020er in Togo

Meldung

Anfang der 2020er in Togo.

23.02.2020: - Präsident Gnassingbé bei Präsidentschaftswahlen im Amt bestätigt; Oppositionskandidat und Ex-Premierminister Kodjo kritisiert Unregelmäßigkeiten.

11.05.2022: - "Terroristen" toten laut Regierung 8 Streitkräfte im Norden des Landes; mutmaßlich 1. tödlicher islamistischer Angriff in Togo.

14.06.2022: - Togo erklärt im Norden des Landes nach Zunahme islamistischer Angriffe "Sicherheitsnotstand".

26.06.2022: - Gabun und Togo treten anglophoner Staatengemeinschaft Commonwealth bei; Staaten erhoffen sich dadurch neue Märkte für Export und mehr kulturelle Verknüpfung mit dem anglophonen Raum.

15.07.2022: - Militär gibt zu versehentlich die 7 Kinder und Jugendlichen in Norden bei Luftangriff getötet zu haben.

23.12.2022: - Präsident Gnassingbé stellt Militär per Dekret unter seine Aufsicht, um Militärreformen durchzuführen.

30.04.2023: - Laut Präsident Gnassingbé sind bei "dschihadistischem Krieg" im Norden des Landen 40 Streitkräfte und 100 Zivilisten+ getötet worden; unklar, in welchem Zeitraum; war erstes Interview seit 2005.

Anfang der 2020er in Benin.

16.05.2020: - Benin will trotz Corona-Gesundheitsgefährdung und Boykottaufrufs Kommunalwahlen abhalten; wichtigste Oppositionsparteien nicht auf Stimmzetteln.

05.04.2021: - Präsident Talon verbündet sich vor Präsidentschaftswahlen mit Opposition; hatte versprochen nur 1 Amtszeit zu regieren.

14.04.2021: - Präsident Talon bei Wahlbeteiligung von 50% mit 86% wiedergewählt; Wahlbüros blieben mancherorts geschlossen.

10.02.2022: - 5 Sicherheitskräfte in nördlichem Nationalpark getötet; Furcht vor Milizen aus Sahel-Zone.

10.09.2022: - Benin und Ruanda führen Gespräche über Militärkooperation im Kampf gegen islamistische Milizen in Nord-Benin.

08.01.2023: - Bei Parlamentswahlen treten erstmals seit letzten Parlamentswahlen und Präsidentschaftswahlen 2019 wieder Oppositionsparteien an, die zuvor ausgeschlossen worden waren oder die Wahlen boykottiert hatten; Partei des Ex-Präsident Yayi hatte 2019 Proteste gegen Präsident Talon angeführt und hofft nun auf "Repräsentation im Parlament", was eine Bedingung ist, um sich für Präsidentschaftswahlen zu qualifizieren; in nächster Legislaturperiode wird auch Verfassungsgericht neu besetzt.

12.01.2023: - Opposition lehnt vorläufiges Endergebnis der Parlamentswahlen ab und beklagt Wahlbetrug zugunsten des Präsidenten Talon; Oppositionspartei Democrats gewinnt 28 Sitze im Parlament, während Talons alliierte Parteien 81 Sitze besetzen werden.

0 Quellen

Benin / Togo / Niger

Meldung

Urlaubsmodus AN Die Hauptstadt ruft und ich mache bis Dienstag keine Nachrichtenzusammenfassungen. Weiterhin postet sich hier aber regelmäßig per Bot geplant um 10h00 morgens der Rückblick auf die letzten 3,33 Jahre in Benin, Togo, Niger und Nigeria.