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Nordafrika

39Nachrichten

Nachrichten zu Nordafrika

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29.11.2023 — Bhutan / Nepal / Pakistan

Europa / Nordafrika

EU vermeldet erheblichen Rückgang von Abwanderung von Migranten+ aus TUNESIEN, wo sie von Regierung Kais Saied bekämpft werden, wohingegen Zahlen aus LIBYEN zunehmen (mit AFP); Libyen schiebt 250 Migranten+ nach NIGER und Tschad ab (mit AFP).

15 Quellen

01.11.2023 — Italien / USA / Panama

Meldung

(2).

Aber diese Auseinandersetzung zwischen Legitimisten und Orleanisten war nur Teil eines größeren "Europäischen Konzerts", das 1815 zu spielen begonnen hatte und in dem zuletzt die preußische Pauke deutlich lauter geworden war. Deutschland als politisch definierter Raum bestand am 01. November 1873 noch nicht einmal 2 Jahre und es war ein Ergebnis des bereits erwähnten deutsch-französischen Kriegs 1870/71. Das DEUTSCHE REICH des protestantischen Preußens war darum bemüht, das katholische Frankreich außenpolitisch zu isolieren, auch aus Angst, Frankreich könne das frisch besetzte Elsass zurückhaben wollen. Kanzler Bismarck begann daher seine Bündnispolitik, u.a. mit dem neu gegründeten ITALIEN, das einen kolonialen Interessenkonflikt mit Frankreich um Nordafrika bemühte. Doch in den Nachrichten lässt sich nicht so sehr der Imperialkonflikt ablesen, sondern der ideologische Konflikt zwischen dem politischen Katholizismus (Ultramontanismus) Chambords und z.B. der Jesuiten, und den eher säkulär oder zumindest anti-katholischen Regierungen von Deutschland und Italien. Bismarcks Deutschland befand sich damals im sogenannten Kulturkampf gegen den Katholizismus, zu dem u.a. das anti-Jesuiten-Gesetz von 1872 gehörte. Die Jesuiten hatten im "Europäischen Konzert" eine politische Rolle eingenommen, da sie die absolutistischen Monarchien Frankreichs beeinflusst und z.B. auch in alten und neuen Kolonien, wie den USA oder Mexiko Fuß gefasst hatten. Einst der progressivste Glaubensorden waren sie im 19. Jahrhundert streng orthodox geworden und inzwischen stellen sie seit 2013 den Papst. In den Nachrichten lesen wir nun, dass die in Rom tätigen Jesuiten ihre offiziellen Niederlassungen verlassen, also sich dort möglicherweise unerwünscht gefühlt haben.

Aus diesem politischen Klima entstand 1870 übrigens die katholische Zentrumspartei, eine Vorgängerpartei der heutigen CDU, die in der Anfangszeit der Bundesrepublik Deutschland das religiös-politische Gegenstück zur eher evangelischen SPD wurde. Doch dazwischen vergingen über 75 Jahre, in denen sich das politische Klima von damals in noch ganz anderen Entwicklungen niederschlug, nämlich dem Ersten Weltkrieg.

Ein Blick in den "Rest der Welt" - so wird er zumindest behandelt - zeigt uns einen Imperialkrieg in PANAMA. Es sticht dabei besonders hervor, weil wir 1823 und 1903 mit den Nachrichten bereits in der Region waren und diese Nachricht ein passendes Zwischenstück zwischen beiden Jahren darstellt. 1823 wurde Panama, als Teil von Kolumbien, von Spanien unabhängig und im selben Jahr entwickelten die USA die Monroe-Doktrin, die "Amerika" für "(us-)amerikanisch" erklärte und 1903 stehen die USA kurz vor der militärischen Intervention, die Panama endgültig von Kolumbien lösen und in die totale militärische Herrschaft der USA über den geplanten Panamakanal begründen sollte. Von Interesse ist dabei die schmale Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika des Kanals, wofür es im 19. Jahrhundert aber noch nicht die technischen Möglichkeiten gab. Stattdessen hatten die USA in den 1850ern in Panama die 1. transkontinentale Eisenbahn Amerikas gebaut. Damals war das Schiff das schnellste und einfachste Transportmittel, wohingegen die meisten Landwege noch so beschwerlich und lang waren, wie im Mittelalter. Als 1848 in Kalifornien Gold gefunden wurde, bot es sich für die US-Amerikaner der Ost-Küste also an, nicht zu Fuß oder auf Karren den direkten Weg durch ganz Nordamerika bis zur Westküste einzuschlagen, sondern mit dem Schiff von der US-Ostküste an den Ort zu fahren, wo der Kontinent am schmalsten war, dort den Landweg einzuschlagen, und auf der anderen Seite das Schiff zur Westküste nach Kalifornien zu nehmen. Diese schmalste Stelle war Panama, wo die USA die Eisenbahn bauten und fortan als strategische Infrastruktur ansahen, die es unbedingt zu schützen galt, wie z.B. 1873. 1856 fand die 1. Militärintervention übrigens nach einem Streit um eine unbezahlte Wassermelonenscheibe statt - ein vorgeschobener Grund.

2 Quellen

09.08.2023 — Niger / Äthiopien / Südamerika

Nordafrika / Migration

Wohl 41 Menschen bei Flüchtlingsschiffbruch vor ITALIEN gestorben, wobei Schiff von TUNESIENs Hafenstadt Sfax gestartet war (von BHugonnet); 27 Tote in LIBYsch-tunesischem Grenzgebiet; MAROKKOs Küstenwache hält 56 Migranten+ an Weiterfahrt zu SPANIENs Kanaren ab, nachdem in letzten Wochen dutzende Menschen auf der Route gestorben sind (arn); 13 EU-Staaten, darunter DEUTSCHLAND beklagen, bei Migrationsberatungen mit Tunesien nicht beteiligt gewesen zu sein (von KHearst).

16 Quellen

06.08.2023 — Niger / Pakistan / Zentralasien

Nordafrika / Europa

TUNESIENs größte Nobelpreis-ausgezeichnete Gewerkschaft UGTT ruft Nobelpreis-ausgezeichnete EU auf, sich um Migranten+ zu kümmern, die seit Wochen von Sicherheitskräften des EU-Partners Kais Saied nach LIBYEN abgeschoben wurden (mit AFP) und dort auch während der aktuellen Hitzewelle weiter täglich hundertfach eintreffen; vertriebene Migranten+ protestieren in libysch-tunesischer Wüsten-Grenzregion als "Black Lives Matter"; UGTT solidarisiert sich mit afrikanischen Migranten u.a. mit der Begründung, dass sie ebenso unter europäischem Kolonialismus zu leiden hätten, wie sie (von rgh und msl); 30 Vermisste nach Flüchtlingsschiffbruch vor ITALIEN (mit dpa); Laut Studie ist Seenotrettung kein Anreiz für mehr Migration (von UWagener).

15 Quellen

Juli 2023

Meldung

Juli 2023 In diesem Monat fanden Wahlen in Thailand, Kambodscha, Usbekistan, Guatemala und Sierra Leone, was jeweils von einer überdurchschnittlich hohen Nachrichtendichte begleitet wurden, sowie jeweils Topmeldungen, die auf dieser Karte diesmal als schwarze Punkte eingezeichnet sind, anders als im Juni. Die meisten Topmeldungen gab es jedoch in den letzten 5 Tagen des Monats zu Niger, weil dort ein Putsch stattfand, der außerordentliche internationale Reaktionen hervorriefen, die mich vermuten lassen, dass diese Reihe von Topmeldungen auch im August noch fortgesetzt wird. Nordafrika bleibt vor allem wegen der Migrationsbekämpfung häufig erwähnt, der Sudan wegen des dortigen Krieges und Kenia wegen der Oppositionsproteste, sowie seiner Bedeutung in der internationalen Politik. Russland, die Ukraine und die Türkei waren im Fokus wegen des UN-Getreideexportabkommen, Israel wegen seiner umstrittenen Justizreform und Argentinien wegen einer umstrittenen Verfassungsänderung in der Provinz Jujuy.

0 Quellen

28.07.2023 — Niger / Russland / Bosnien und Herzegowina

Europa / Nordafrika

EU verkauft laut NGO EuroMed Rights in EU verbotene oder streng regulierte Überwachungstechnologien an Unternehmen und Staaten in Nordafrika und Sahel-Zone als Entwicklungshilfe, die dortige Bevölkerung und insbesondere Migranten+ überwachen (von KHearst).

11 Quellen

19.07.2023 — Südafrika / Agrarwelt / Europa

Extremwetter

Extreme Hitze führt zu Temperaturen von 40-50°C in Nordafrika und Westasien; ÄGYPTENs Landwirtschaft wird bis 2038 5-8% mehr Wasser benötigen (von KEGawhary); 80°C Oberflächentemperatur an Ort in CHINA; Baugewerkschaft fordert strengere Hitze-Regeln nach Tod von 2 Bauarbeitern.

15 Quellen

09.07.2023 — NATO / Nordafrika / Migration

Nordafrika / Migration

Weiter 1200 Migranten+ in Militär-Grenzregion zwischen TUNESIEN und LIBYEN, wohin sie vor 6 Tagen nach anti-Migrations-Ausschreitungen in tunesischem Sfax deportiert wurden (von MKeilberth), was Präsident Kais Saied "wertebasierten" Umgang nennt; 20 Vermisste nach Flüchtlingsschiffbruch vor Sfax; Erstmals gerichtliche Verurteilung von Menschenhändlern in Libyen, denen Entführungen, Folter und Erpressung vorgeworfen werden; in Libyen werden seit Jahren schwere Menschrechtsvergehen an Migranten+ begangen (mit AP); ITALIEN nennt nun auch MAROKKO "strategischen Verbündeten für Sicherheit im Mittelmeer", um Migration zu bekämpfen (von FBongarra); Nordafrikanische und europäische Regierungen gehen seit einigen Monaten deutlich verschärft gegen Migration vor, teilweise koordiniert.

15 Quellen

21.06.2023 — Sudan / Somalia / Migration

Migration

35 Tote bei Flüchtlingsschiffbruch auf Weg zu SPANIENs Kanaren; Zahl der auf Kanaren ankommenden Flüchtenden nimmt gegenüber Vorjahr um rund 1/3 ab (von SJones); Zahlreiche Migrationsrouten in Nordafrika werden derzeit gefährlicher, z.B. durch Migrationsbekämpfung in LIBYEN und EU-Initiative zur Migrationsbekämpfung in TUNESIEN (von JHolleis und TGuizani); Rund 100 NIGERIAnerinnen+ von libyschen Behörden aufgegriffen und "freiwillig" nach Nigeria deportiert (mit AP und AFP).

14 Quellen

15.06.2023 — Kosovo / Serbien / Sudan

Migration / Afreurasien

2022 war seit 2017 mit 3789 dokumentierten Todesfällen tödlichstes Jahr für Migranten+ in Westasien und Nordafrika, davon mit 2406 die meisten im Mittelmeer, gefolgt von 559 Toten bei Überfahrt auf die Kanaren; auf Landweg ist Fluchtroute durch JEMEN am tödlichsten, gefolgt von Sahara-Route, die jedoch weniger genutzt wird; 78 Flüchtenden sterben auf Überfahrt nach GRIECHENLAND (mit Reuters).

20 Quellen