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32 Nachrichten

14 Quellen

Pakistan / Senegal / Ukraine

Venezuela / Guyana

US-Energiekonzern Exxon besteht darauf, trotz bestehenden Konflikts über ungeklärte staatliche Zugehörigkeit von Essequibo, vor seiner Küste weitere Erdölquellen zu erschließen (von LTaylor).

11 Quellen

Somalia / Kasachstan / Afghanistan

Brasilien / Nordsüdamerika

Regierung Luiz Inácio Lula da Silva ruft zu Zurückhaltung bei Konflikt zwischen VENEZUELA und Guyana um Essequibo auf, nachdem britisches Marineschiff zur Unterstützung Guyanas nach Essequibo aufbricht, was Venezuelas Regierung Nicolás Maduro als Bedrohung seiner Souveränität betrachtet (von ACAlava).

16 Quellen

Jemen / Sri Lanka / Serbien

In Kürze

UK entsendet Kriegsschiff nach Essequibo in Guyana.

15 Quellen

Äthiopien / Venezuela / Guyana

Venezuela / Guyana

Präsidenten Nicolás Maduro und Irfaan Ali einigen sich bei bilateralen Gesprächen darauf, keine Gewalt anzuwenden, um Grenzfrage um Essequibo zu klären, bleiben jedoch in ihren Positionen firm; Gespräche fanden unter Vermittlung von SANKT VINCENT statt und ohne Teilhabe der USA und UKs (von KWojczenko); Ali besteht weiterhin auf Lösung des Territorialstreits vor Weltgericht, während Maduro diesen Mittler ablehnt (von JFrench); Grenze wurde 1835 von deutschem Naturforscher gezogen, aber von Venezuela nicht anerkannt, bis 1899 mutmaßlich durch Korruption gefälltes Urteil in USA Grenze bestätigte, was 1966 bei UN-Verhandlungen wieder in Frage gestellt wurde (von EGolinger).

13 Quellen

Guatemala / Argentinien / Ägypten

Venezuela / Guyana

Präsidenten Nicolás Maduro und Ali wollen sich nach Vermittlung durch lateinamerikanisch-karibischen Staatenbund Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten nächste Woche zu bilateralen Gesprächen über Grenzstreitigkeiten um Essequibo treffen.

16 Quellen

Russland / USA / Israel

Guyana

Guyanischer Präsident Ali kündigt Verteidigungsbereitschaft für Region Essequibo an, die auch Venezuela für sich beansprucht, nachdem venezolanischer Präsident Nicolás Maduro seinerseits Verteidigungseinsatzzone in Essequibo gründet (von JFrench).

15 Quellen

Bhutan / Indien / Demokratische Republik Kongo

Venezuela / Guyana

Heute Referendum über Zugehörigkeit der guyanischen Region Essequibo zu Venezuela beginnt, dessen Ergebnis nicht bindend ist, aber von Guyana als weiteren Schritt Richtung Annexion wahrgenommen wird (mit AP).

18 Quellen

Guinea-Bissau / Israel / Palästina

Nord-Südamerika

BRASILIEN verstärkt angesichts der Spannungen zwischen VENEZUELA und Guyana wegen für Wochenende geplantem venezolanischem Referendum über die Zugehörigkeit der guyanischen Region Essequibo zu Venezuela Militärpräsenz in Grenzregion; Venezuela hatte gegen Ausschreibung von neuen Erdölabbau-Konzessionen vor Küste Essequibos durch Guyana protestiert, da die Region seit 1966 offiziell umstritten sei.

17 Quellen

Sierra Leone / Myanmar / China

In Kürze

US-Delegation wegen Essequibo in Guyana erwartet (von JClark).

10 Quellen

Argentinien / Westasien / Südsudan

Guyana

Karibische Staatengemeinschaft Karibische Gemeinschaft positioniert sich zugunsten der guyanischen Position, die Region Essequibo gehöre völkerrechtlich, sowie realpolitisch zu Guyana gehört; Venezuela plant am 3.12 ein Referendum über die Aufrechterhaltung des Anspruchs auf Essequibo, was zur Folge hätte, dass Essequiber+ venezolanische Staatsbürgerschaft beantragen dürften (von BMcLeod); Insbesondere stellt Grenzstreit jedoch Streit um große Öl- und Gasvorkommen vor Küste Essequibos dar, was USA bereits Anfang November dazu bewegte, Militärkooperation mit Guyana auszubauen.

2 Quellen

USA / Indien / Essequibo

Meldung

(3).

Im Osten von Panama, auf der anderen Seite der Karibik liegt das heutige Guyana. 1823 hatte ich bereits über den Sklavenaufstand in DEMERARA-ESSEQUIBO berichtet, wie Guyana damals hieß, und ich hatte im Begleittext erzählt, wie umkämpft das Thema der Sklaverei im damaligen britischen Weltreich war. 50 Jahre später war diese herkömmliche Form der Sklaverei in Nord- und Südamerika fast beseitigt. Die ehemaligen Sklaven+ wurden aber nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich von den Betrieben und Lobbys bekämpft, die über Jahrhunderte auf brutalste Weise Humankapital aus ihnen geschlagen hatten. Aus der Sklaverei entlassen, wurden vielerorts Vertretern+ der neuen afro-amerikanischen Gesellschaftsgruppe keine Arbeit gewährt, sodass sie verarmten. An ihre Arbeitsstelle traten in vielen Ländern Migranten+ z.B. aus Europa, aber auch Vertragsarbeiter aus noch weiter entfernten Ländern. Dass die chinesische Bevölkerung in den USA aus dieser ökonomischen Gemengelage heraus zunahm, haben wir bereits in den Nachrichten von 1903 gelesen. In Guyana aber, das noch zum Britischen Weltreich gehörte, startete in den 1830ern eine von den Kolonialbehörden gewollte, kontrollierte Einwanderung von 230.000 Vertragsarbeitern aus Britisch INDIEN, zu deren Zahl in den Nachrichten von 1873 bereits eine Bilanz gezogen wird.

Anders als in den Nachrichten von 1943 sollte die in den Nachrichten angekündigt Hungersnot 1873 übrigens zu fast keinen Todesfällen führen, was als eine der größten Erfolge der britischen Kolonialherrschaft in Indien gilt und dem Vizegouverneur Temple zu verdanken ist. Temple hatte keine Ausgaben gescheut, sodass er so sehr für die Kosten seiner Hungerhilfe kritisiert wurde, dass er bei der nächsten Dürre 1876 deutlich weniger in Hungerhilfe investierte, was den Tod von 5 bis 10 Millionen Menschen zur Folge hatte. Diese Dürren, die in Britisch Indien bis weit ins 20. Jahrhundert anhalten sollten, waren mit ein Grund für die Entstehung der Indischen Unabhängigkeitsbewegung, die ich bereits 1943 thematisiert habe. In der öffentlichen Wahrnehmung der Indischen Unabhängigkeit steht natürlich Mahatma Gandhi im Mittelpunkt, der 1873 gerade einmal 4 Jahre alt war, der aber in einem politischen Klima aufwuchs, das nicht nur durch Hungerkatastrophen geprägt war, sondern auch z.B. durch die in den Nachrichten beschriebene "harsche und tyrannische" britische Fremdherrschaft über den Salzhandel in Indien, was um 1873 in der heute nur schwer vorzustellenden "Großen Hecke von Indien", die das Land in 2 Hälften teilte, ihren absurden Höhepunkt fand. 1930 führte Gandhi dann bekanntlich den Salzmarsch gegen das Salzmonopol der Briten an.

2 Quellen

USA / Europa / Essequibo

Meldung

(2).

Rund 100 Jahre später sollte dann aber nicht eine europäische Nation die Weltmacht der Briten ersetzen, sondern die 1823 noch recht jungen Vereinigten Staaten von Amerika. Die Nachricht über die Kriminalisierung des Sklavenhandels durch die Regierung Monroe mag auf den ersten Blick verwirrend sein, da es doch die USA waren, die erst in den 1860ern die Sklaverei ganz abschafften und Großbritannien deutlich früher (dazu kommen wir gleich). Der Sklavenhandel im Atlantik war Anfang des 19. Jahrhunderts noch unter wichtigem Einfluss Großbritanniens, das zwar 1807 selber Sklavenhandel abgeschafft hatte, nicht aber die Sklaverei an sich und dessen strategischer Verbündeter Portugal weiterhin Sklavenhandel im großen Maß betrieb. Die Nachricht aus dem gewaltsam niedergeschlagenen Sklaven-Aufstand in der britischen Kolonie DEMERARA-ESSEQUIBO, dem heutigen Guyana, spiegelt genau das wieder. Die USA betrieben mit ihrer Kriminalisierung des Sklavenhandels also vermutlich eine anti-britische Politik, die zudem in Zeiten diplomatischer Spannungen mit dem ehemaligen Kolonialherren stattfand. Diese Nachricht ist der Vorläufer der Monroe-Doktrin aus dem Dezember 1823, die auf die Parole "Amerika den Amerikanern" verkürzt werden kann. Sie führte einerseits dazu, dass sich in ganz Amerika von Europa unabhängige Staaten bilden konnten, aber sie bereitete auch die Grundlage dafür, dass die USA einen großen Teil der in Nord- und Südamerika stattfindenden Politik als ihre Innenpolitik wahrnahmen, was im 20. Jahrhundert in den militärischen Invasionen von Panama 1989, der Dominikanischen Republik 1965 und Grenada 1983 gipfelte, sowie in der Unterstützung von Militärputschen in Chile 1973, Guatemala 1954 und Brasilien 1964. Auch heute noch wirkt sich die Moroe-Doktrin beispielsweise militärisch durch das US-Südkommando, sowie wirtschaftlich und politisch durch das Sanktionsregime gegen Kuba, die US-Dollar-Hegemonie und die US-Macht über Internationaler Währungsfonds und Weltbank, sowie natürlich kulturell aus. Bei dem Sklaven-Aufstand in Guyana beging die britische Kolonialverwaltung übrigens den Kardinalfehler, nicht nur afro-amerikanische Sklaven zu töten, sondern auch einen Weißen, den anti-Sklaverei-Missionar John Smith. Seine Hinrichtung im Februar 1824 verstärkte in Großbritannien die öffentliche Meinung, neben dem Sklavenhandel solle auch die Sklaverei abgeschafft werden, was 1833 geschah.

An die Stelle der Sklaven als wichtigste Arbeitskraft traten in Nord- und Südamerika Vertragsarbeiter+ und Migranten+ die nicht minder ausgebeutet wurden. Auch in EUROPA war 1823 eine gesellschaftliche Transformation im Gange, an deren Ende der industrialisierte Kapitalismus stand. Die Nachricht über die Armutszahlen in Europa entnahm ich einer englischsprachigen Zeitung, die von sogenannten "Paupern" spricht, also wörtlich übersetzt "Armen". Dieser Begriff war zentral in den Anfängen der Industrialisierung, als die "Pauperisierung", also Verarmung der ländlichen Bevölkerung voranschritt. Karl Marx bezeichnet diesen Zeitabschnitt als "ursprüngliche Akkumulation" und 1823 wurde darüber - zumindest in Zahlen - berichtet.

Zuletzt ein HINWEIS: Die Aktualität der in den Nachrichten vom 26. September 1823 variiert ganz deutlich. In der Karlsruher Zeitung kann man lesen, welche Blumen gerade aktuell im Schlossgarten blühen und in vielen Zeitungen spiegelt sich das aktuelle gesellschaftliche Leben wieder mit Heiraten und Todesfällen, sowie in der Wiener Zeitung mit einem Wohnungsmarkt. Je weiter der Schauplatz entfernt ist, desto länger braucht die Nachricht, um zur Redaktion zu gelangen. Europäische Medien berichten relativ aktuell über die Kriege in Spanien und Griechenland und die Zeitung aus Barbados weiß relativ aktuelle Nachrichten aus Guyana zu berichten. Aber die Nachricht aus Peru ist tatsächlich eine Nachricht aus dem April 1823 und die seltene Nachricht aus China ist, so im Artikel geschrieben, auf dem Stand von Januar 1823. Wer weiß schon, durch wie viele Hände sie gegangen sein mag!

8 Quellen

Spanien / Osmanisches Reich / Amerika (historische Ausgabe vom 26.09.1823)

Meldung

DEMERARA-ESSEQUIBO (von Guyana): Britisches Kolonialgericht verurteilt 24 am Sklaven-Aufstand im September Beteiligte gemäß des Kriegsrechts zum Tode und vollstreckt Urteil, während Indigene damit beauftragt werden, weitere Beteiligte in Wäldern zu suchen, wobei u.a. Vater des Rebellions-Anführers Quamina gefunden und getötet wurde; Nachricht über Aufstand führt auch in Kolonialherrenstaat ENGLAND zu Unterstützung der Sklaven-Emanzipation, u.a. aufgrund religiöser Vorstellung der Gleichheit aller Menschen (von y).