Anfang der 2020er im Südsudan.
22.02.2020: - Gegner des Bürgerkriegs Salva Kiir und Riek Machar bilden gemeinsam Regierung und beenden somit seit 9 Jahren währenden Konflikt vorerst.
08.07.2020: - Zentralbankspräsident fordert Umstrukturierung der Wirtschaft auf andere Rohstoffe als Erdöl und Mehrfelderwirtschaft (bbc).
12.08.2020: - 127 Tote bei Kämpfen zwischen Soldaten und Zivilbevölkerung, die entwaffnet werden sollte; Armeelager überfallen (AJ).
15.02.2021: - Laut UN-Bericht ist aktuelle Gewalt durch Milizen gravierender, als während des Bürgerkriegs; liegt unter anderem an schutzlosen Lebensbedingungen von Millionen Binnenvertriebenen des Bürgerkriegs in teils überfüllten Lagern.
09.05.2021: - Präsident Kiir löst Parlament auf, damit, gemäß des Friedensabkommens, auch Opposition nun neue PaAbgeordnete ernennen kann.
04.08.2021: - Militärischer Zweig der Rebellenpartei SPLM/A-IO entmachtet Vizepräsident Machar wegen "vollkommenen Versagens", in Koalition mit ehemaligem Bürgerkriegsfeind Präsident Kiir Friedensabkommen zu erfüllen; Folgen für Machar unklar.
07.08.2021: - 32 Tote bei Kämpfen zwischen Unterstützern und Gegnern des Vizepräsident Machar, der „misslungenen Putsch“ durch den militärischen Zweig seiner Partei beklagt; Zivile Gruppe versucht, zivilen Aufstand gegen Regierung Kiir anzufachen, die seit 10 Jahren ineffektiv Politik betreibe.
14.09.2021: - Welternährungsprogramm streicht Nahrungsmittelhilfen für Südsudan wegen Finanzierungsproblemen bis 2022.
08.10.2021: - Seit Mai sind 623.000 Menschen von Fluten betroffen; Hungerrisiko durch steigende Lebensmittelpreise.
17.01.2022: - Militärischer Flügel der Oppositionspartei SPLM/A-IO schwört Regierungspartei Präsident Kiirs Treue, was Bruch des Friedensabkommens bedeutet; SPLA-IO hatte 2020 versucht, Vizepräsident Machar von der SPLM zu entmachten.
23.03.2022: - Partei des Vizepräsident Machar SPLM/A-IO zieht sich aus Friedenskommission zurück, die nach Bürgerkrieg gegründet worden war.
29.03.2022: - Regierungstruppen umstellen angeblich Haus des Vizepräsident Machar; UN warnt vor erneutem Kriegsausbruch.
04.04.2022: - Präsident Kiir und Vizepräsident Machar unterzeichnen Abkommen, um jüngste Eskalation zu beenden.
13.04.2022: - Ehemalige Bürgerkriegsparteien begründen gemeinsame Führung der Armee.
14.06.2022: - Welternährungsprogramm muss erneut Teil seiner Mission in Südsudan wegen Finanzierungsproblemen einstellen; neben hohen Lebensmittelpreisen durch Ukraine-Krieg auch geringe Bereitschaft der Geberländer.
13.07.2022: - Präsident Kiir stoppt alle Bauarbeiten zur Kanalisierung von Nil-Zuflüssen, die Teil des öffentlich gewordenen, geheimen Abkommens mit Ägypten waren; Zuvor Kritik der Opposition und von Anwohnern, die Umweltverträglichkeitsstudie fordern; Ägypten erhoffte sich mit Kanalisierung mehr Wasser.
04.08.2022: - Präsident Kiir verlängert Übergangsphase zur Implementierung des Friedensvertrags bis 2025; Troika aus USA, UK und Norwegen wirft Kiir vor, Verlängerung nicht mit allen Parteien abgesprochen zu haben.
31.08.2022: - 22.000 ehemalige Milizionäre+ aus regierungstreuen und oppositionellen Rebellionen schließen sich Militär an, was Schlüsselbedingung des Friedensabkommens von 2018 war.
19.09.2022: - Südsudan kauft 1,2ha Land in Dschibuti zum Bau eines Import-Büros; Dschibuti ist größter Hafen Ostafrikas; Südsudan will sich so von kenianischem Hafen Mombasa unabhängig machen, der wegen Konkurrenzdrucks des tansanischen Hafens von Daressalam teurer wird.
24.10.2022: - Laut UN 2/3 des Südsudan und somit 900.000 Menschen derzeit akut von Überschwemmungen betroffen; derzeit schwere Überschwemmungen von Nigeria in Westafrika bis Sudan in Nordostafrika.
26.10.2022: - Regierungspartei SPLM des Präsidenten Kiir schließt Vizepräsident Machar aus Parteiführung aus, da ihr Vorsitz bei den konkurrierenden Parteien SPLM-IO und Real-SPLM unvereinbar mit SPLM-Vorsitz sei; SPLM erkennt SPLM-Splitterparteien nun auch nicht mehr als legitim an; alle SPLM-Parteien entstammen dem Unabhängigkeitsprozess, der 2011 mit der Unabhängigkeit der Südsudans von SUDAN beendet wurde; Machar erkennt seine Absetzung durch SPLM nicht an.