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Fulani

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Nachrichten zu Fulani

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17.05.2023 — Ecuador / USA / Asien

Nigeria

Laut BBC-Recherche fand bei Präsidentschaftswahlen in Nigeria im Februar Wahlbetrug zu Gunsten des Wahlgewinners Bola Ahmed Tinubu statt, wogegen unterlegene Oppositionskandidaten Peter Obi und Atiku Abubakar bereits geklagt haben; Mutmaßliche Indigenous People of Biafra-Separatisten greifen im Südosten des Landes Konvoi der US-Botschaft an und töten 4 Menschen (mit AFP); 30 Tote bei interkommunalen Kämpfen zwischen Viehwirtschaft betreibenden Fulani und Ackerwirten+ in zentralem Bundesstaat Plateau (mit APA).

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23.08.2022 — Irak / Jemen / Bangladesch

Nigeria

"Banditen"-Anführer Bello Turji geht Friedensabkommen mit Regionalregierung des nordwestlichen Bundesstaats Zamfara ein und kämpft jetzt in ihrem Namen gegen andere "Banditen"; Turji forderte im Gegenzug Militär auf, außergerichtliche Hinrichtungen von Angehörigen der Fulani zu unterlassen.

9 Quellen

13.08.2022

Darauf antwortete die Rube Fulbe Global Rights and Development Initiative, eine Fulani-Interessensgemeinschaft, bei einem Gespräch mit Regierungsvertretern ihrerseits mit der Versicherheitlichung der Diskriminierung von Fulani durch staatliche Sicherheitskräfte. Sie beklagt beispielsweise, dass Fulani, denen…

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30.01.2022 — Sahel / Niger / Nigeria

Meldung

Auf der Gemeinschafts-Ebene wirtschafteten Vieh- und Ackerwirte lange symbiontisch: Traditionell fand ein reziproker Warenhandel statt, also ein Handel, der langfristig ausgeglichen war, weil mal die Viehwirte mehr gaben, mal die Ackerwirte. Dieses Gesellschaftssystem folgt also nicht der Tauschlogik, bei der zwei gleichwertige Objekte gegeneinander eingetauscht werden, und trotzdem versorgt es die gesamte Bevölkerung mit allen Waren, die entweder von Viehwirten oder von Ackerwirten erzeugt werden. Entlang dieser Wirtschaftsgruppen sind die unterschiedlichen Nationen entstanden, wobei die Fulani/Fulbe in der Viehwirtschaft überwiegen. Historisch ist die Nation der Fulani/Fulbe (halb-)nomadisch viehwirtschaftlich tätig, und andere Nationen betrieben Ackerwirtschaft. Inzwischen verschwimmen die Grenzen deutlich und die Nationen in der Sahel-Zone diversifizieren ihre Landwirtschaftsformen. Das führt dazu, dass die Nationen nicht mehr von dem reziproken Handel abhängig sind, und sich die Symbiose langsam auflöst. Dass weder Fulani, noch zum Beispiel die traditionell ackerwirtschaftenden Dogon auf die anderen Nationen angewiesen sind, führt zu einer Entfremdung voneinander. Die Nationen stehen nun in Konkurrenz um die abnehmenden Ressourcen Land und Wasser, weil sie beide unabhängig voneinander sein wollen. Diese Gemengelage bedingt den indigenen Nationalismus und der indigene Nationalismus bedingt den Wunsch, unabhängiger voneinander zu sein. Diese Interessen sind nicht miteinander vereinbar und sind mit zahlreichen Situationen europäischer Nationalismen zu vergleichen – ein weiteres Indiz dafür, dass „Tribalismus“ ein rein herabsetzender Begriff ist. Der Konflikt wird in vielerlei Hinsicht ausgetragen: In Niger und Nigeria stehlen unterlegene ehemalige Viehwirte Vieh von traditionellen Ackerwirten, um es zu verkaufen. Seit 2011 hatten sie als Milizionäre Auftragsarbeiten für lokale Politiker ausgeführt, wodurch sie Waffen und Taktik beigebracht bekamen. Aus diesen Viehdieben und Milizionären entstanden in den letzten Jahren die berüchtigten „Banditen“, die inzwischen auf Motorrädern Dörfer überfallen und auch Menschen entführen. Da der Staat diesen Konflikt lange Zeit ignorierte, hatten die Akteure Zeit, sich zu professionalisieren: Inzwischen sind sie professionelle Geldwäscher, benutzen Überwachungsdrohnen und können Kampfjets niederschießen. Auch zu dschihadistischen Gruppen sollen angebliche Verbindungen bestehen und die „Banditen“ gelten für den nigerianischen Staat seit kurzem als „Terroristen“. Ich persönlich halte diese Entscheidung für einen institutionellen Fehlgriff, da er den sozialen Hintergrund dieses Konflikts komplett verdrängt – ein Trend, der auch in Ostafrika zu erkennen ist. Gegen die „Banditen“ bilden sich seit Mitte der 2010er auch zunehmend Selbstverteidigungsmilizen in den meist traditionell ackerwirtschaftenden Dörfern. Um nicht von einer Gewaltspirale zu sprechen, ist es inzwischen zu spät. Mit den gewaltsamen Auseinandersetzungen, mit kolonialen Grenzziehungen, mit der Diversifizierung der Landwirtschaft, mit scheiternden staatlichen Institutionen, kulturellen Differenzen, weltweit hohen Lebensmittelpreisen und dem Klimawandel nehmen die gewaltsamen Konflikte zu. Ein weiterer Faktor, der zur Eskalation der Konflikte seit den 1980ern beiträgt ist die Verfügbarkeit von Handfeuerwaffen. In Nigeria ist die AK-47 sogar zum Erkennungszeichen für Fulani-Viehwirte geworden. Die Stigmatisierung der Fulani als ignorant, unzivilisiert und dschihadistisch findet in der gesamten Sahelzone statt, sobald dschihadistische Milizen aktiver werden. Zuletzt ließ sich dieser Trend im Norden der Elfenbeinküste beobachten. Die Stigmatisierung feuert den Konflikt an, weil so Dialog-Versuche staatlicher Vertreter, wie des Gouverneurs von Zamfara, oder der malischen Militärregierung diskreditiert werden.

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02.06.2021 — Mali / Burkina Faso / Welt

Meldung

Mitte Mai wollte sich die Interims-Regierung von Mali neu aufstellen. Federführend verkündeten Premier Ouané und Präsident Ndaw, eine breiter aufgestellte Regierung zu bilden, die weniger vom Militär beeinflusst wird. Das Militär hatte im letzten August gegen Präsident Keïta geputscht, nachdem die M5-RFP-Proteste und die Unsicherheit im Land immer größer geworden waren (08/20). Wegen Sanktionen gab das Militär die Macht an eine Hybrid-Regierung aus zivilen Politikerinnen und Politikern und Militärs ab. Im Mai also versuchte Premier Ouané mit einer Kabinettsänderung, die Macht der verbleibenden Militärs zu schwächen. Das sah der Militärführter Goïta als Abkommensbruch und übernahm kurzerhand die Macht (25.5). Premier und Präsident wurden in ein Militärlager gebracht, durften aber inzwischen wieder in die Freiheit, nachdem sie zurückgetreten waren (27.5). Das Verfassungsgericht bestätigte Goïta als rechtmäßigen Präsidenten Malis (29.5). Der Plan, die dreijährige Übergangsphase nach dem Putsch im August beizubehalten, wurde durch die jüngsten Veränderungen nicht beeinflusst. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft, EU, UN und Afrikanische Union verurteilten diesen Putsch (25.5) und die ECOWAS suspendierte Mali sogar als Mitglied (31.5). Doch man kann diesen Schritt der ECOWAS auch so interpretieren, dass sie nun Goïta durchaus als Präsidenten anerkennen. Schließlich gab es bisher keine Sanktionen gegen ihn und auch sonst keine wirtschaftlichen Sanktionen wie im letzten August. Der französische Präsident Macron drohte, in Reaktion auf den Putsch, die französischen Truppen aus Mali abzuziehen (30.5), was größere Teile der Bevölkerung befürworten. Statt der französischen Truppenpräsenz ist in Mali die Idee einer Unterstützung durch russische Truppen im Gespräch (29.5).

Burkina Faso war 2020 das Land mit der am schnellsten wachsenden humanitären Krise der Welt. Doch seit den Wahlen Ende letzten Jahres (22.11) war es weitestgehend zur Ruhe gekommen, bis im April die Angriffe und damit einher die Zahl der Toten, Verletzten und Vertrieben wieder zunahmen (30.4). Dabei ist nicht ganz klar, wer die jüngsten Angriffe ausgeführt hat: Die Grenzen zwischen Dschihadismus und Kleinkriminalität verschwimmen. Ziele waren Gesundheitszentren und Kleinläden (4.5).

In Nigeria sind in diesem Monat vermehrt Stimmen laut geworden, die von einem Staatszerfall sprechen (5.5,11.5). Seitdem das Land Nigeria am 01. Januar 1900 von der britischen Kolonialmacht erfunden wurde, ist es mindestens dreigeteilt: Die Haussa-Fulani im Norden, die Yoruba im Südwesten und die Igbo im Südosten. Diese drei Kulturräume sind sehr verschieden und zwischen ihnen gab es um 1970 bereits den Biafra-Bürgerkrieg. Der aktuelle Präsident Muhammadu Buhari stammt aus dem Norden des Landes und hatte unter anderem mit dem Versprechen die Wahl gewonnen, für Sicherheit in Nigeria zu sorgen. Neben der Boko Haram im Nordosten des Landes (29.4), haben 2021 bisher noch interkommunale Kämpfe zugenommen (01/21,27.3), organisierte Raubüberfälle auf Dörfer, sowie die Rebellion im Südosten des Landes (6.4,8.5) – zudem steigt die Kriminalität in der Hauptstadt Abuja. Diese vier Sicherheitsprobleme haben sich mit der Wirtschaftskrise einhergehend verstärkt (5.5). Allein im April sind dadurch 600 Zivilistinnen und Zivilisten gestorben. Da sich das Land faktisch im Kriegszustand befinde, forderte der Parlamentspräsident eine Erhöhung der Militärausgaben (18.5). Die angespannte Situation entschärfte sich nicht dadurch, dass im Mai der erst im Januar (26.1) eingesetzte Armeechef Attahiru bei einem Flugzeugabsturz starb. Die Armee steht in Kritik, nachdem die Gewalt und Entführungen im Land ungehindert zunehmen. Ein weiterer Todesfall lässt das nigerianische Militär auch nicht im Glanzlicht erscheinen: Die IS-nahe Terrorgruppe ISWAP tötete den Anführer der islamistischen Boko-Haram-Miliz Shekau (20.5). Sie hatten sich 2016 getrennt.

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15.06.2020 — USA / Nigeria / Sokoto

Meldung

Nicht vergessen! Um die Gewalt im Norden Nigerias zu verstehen, bietet sich ein Rückblick in die Geschichte an. Nach der Kolonialzeit durch die Briten, sowie den Biafra-Krieg, die in dieser Gruppe bereits behandelt wurde, begann 1979 in die Nigeria die sogenannte Zweite Republik. Damals wurde Shahu Shagari mit Hilfe seines Verbündeten Umaru Dikko zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten Nigerias. Er gehörte zu den Fulani und hatte nach korangetreuer Ausbildung seit 1951 hohe Ministerialämter im nördlichen Sultanat Sokoto inne. Während seiner politischen Karriere in Sokoto bekam er drei monarchischen Titel verliehen. Nach dem nigerianischem Bürgerkrieg (Biafra-Krieg) wurde Shagari vom General-Präsidenten Gowon zum Beauftragten für wirtschaftliche Entwicklung ernannt, ein Ministerium, wie gemacht für Korruption. Daraufhin wurde er Finanzminister, Abgeordneter für die Weltbank und Mitglied des Internationalen Währungsfonds. 1979 gewann er die Wahl mit Stimmen aus dem Norden und Minderheiten des Südens, wobei seine Partei auch tatsächlich eine der multi-ethnischsten war. Das ist der Beginn der sogenannten "Zweiten Nigerianischen Republik", die wie die USA oder Frankreich stark auf das Amt des Präsidenten ausgerichtet ist. In seiner Amtszeit ließ er einen Chaos-Kapitalismus walten, während etwa die bereits angesprochene Ajaokuta Steel Company einen ersten Höhe-/Tiefpunkt erreichte. Shagari blieb der einzige Präsident der Zweiten Republik und wurde an Silvester 1983 aus dem Amt geputscht.

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