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65 Nachrichten

14 Quellen

Sri Lanka / Westasien / Bolivien

Bolivien

Ex-Präsident Evo Morales ruft ehemaligen Verbündeten und aktuellen Präsidenten Luis Arce bei Protesten auf, binnen 24 Stunden Kabinettswechsel durchzuführen; seit Tagen Proteste und Straßenblockaden in Großstadt El Alto für Morales.

18 Quellen

Niederlande / Haiti / Mali

NIEDERLANDE: Künftige Regierungsparteien ernennen ex-Geheimdienstchef Schoof zu neuem Premierminister einer Regierung, die zur Hälfte aus Politikern+ und zu Hälfte aus Technokraten+ bestehen soll (Euractiv mit AFP). HAITI: Übergangs-Präsidialrat ernennt Ex-Premierminister und langjährigen UNICEF-Regionaldirektor Conille zu neuem Premierminister (Al…

16 Quellen

Aserbaidschan / Senegal / Pakistan

ASERBAIDSCHAN: Präsident Ilham Aliyev gewinnt vorgezogene Präsidentschaftswahlen auf Grundlagen von erheblichem Wahlbetrug, aber auch zugenommener Popularität mit über 90%; erstmals fanden Wahlen auch in 2020 und 2023 eroberten und ethnisch gesäuberten Gebieten der zum 1. Januar aufgelösten armenischen…

14 Quellen

Somalia / Äthiopien / Tschad

Bolivien

Oberstes Gericht hebt Möglichkeit einer Wiederwahl für 2019 abgesetzten Präsidenten Evo Morales bei Wahlen 2025 auf; 2017 hatte Gericht geurteilt, dass Wiederwahl "Menschenrecht" sei, auf Grundlage dessen Morales 2019 erneut kandidiert und gewonnen hatte (von VGuzman).

19 Quellen

Portugal / Europa / Migration

PORTUGAL: Premierministers Costa tritt zurück, nachdem Polizei Razzia in seinem Amtssitz durchführt und dessen Stabschef Escária wegen Korruptionsvorwürfen in Wasserstoff- und Lithium-Projekten festgenommen wurde (Euractiv von MGriera). EUROPA/MIGRATION: ITALIEN und ALBANIEN verkünden Errichtung von Abschiebezentren in Albanien, in…

13 Quellen

Sudan / Israel / Palästina

SUDAN: RSF-Miliz erobert nach monatelangen Kämpfen Provinzhauptstadt Nyala von Süd-Darfur (Arab News); Nyala war wichtiger Militärstützpunkt in Darfur und sichert strategisch wichtigen Korridor, mit dem RSF aus z.B. LIBYEN oder Tschad versorgt werden kann (taz von DJohnson); Parallel…

19 Quellen

Somalia / Niger / Armenien

SOMALIA: Neue Rebellengruppe entsteht in nord-somalischem Somaliland und besetzt Berggebiet Gacanlibaax nahe der Verbindungsstraße zwischen Hauptstadt Hargeisa und wichtigster Hafenstadt Berbera; bereits vor 2 Wochen Polizisten entführt (Hiiraan) und zuletzt Kämpfe zwischen Rebellion und Polizei, sowie Entführung von…

17 Quellen

Indien / Pakistan / Myanmar

INDIEN: Sikh-Separatistenanführer Singh in Bundesstaat Punjab festgenommen, nachdem seine Anhänger im Februar Polizeistation gestürmt und Polizei im März mehrere Razzien durchgeführt hatte (The Guardian, AP); Singh hatte vor Festnahme Zeremonie durchgeführt und sich dann, wie Tags zuvor angekündigt,…

12 Quellen

Äthiopien / Eritrea / China

ÄTHIOPIEN/ERITREA: Laut äthiopischer Regierung ziehen eritreische Truppen aus 2 wichtigen Städten Axum und Shire in äthiopischer Regierung Tigray ab; unklar, ob nun alle eritreische Truppen abziehen, was Friedensbedingung der Tigray People’s Liberation Front ist; Eritrea kämpfte im Tigray-Krieg…

10 Quellen

Bolivien / Kosovo / Serbien

BOLIVIEN: Gouverneur der wohlhabenden Provinz Santa Cruz und rechts-konservativer Oppositionsführer Camacho wegen Terrorismusvorwürfen festgenommen, was zu Straßenblockaden in der Provinz führt; Camacho war vermutlich an Putsch gegen Ex-Präsident Morales 2019 beteiligt gewesen und 2020 bei den Präsidentschaftswahlen gescheitert;…

16 Quellen

Japan / Türkei / Ruanda

Bolivianische Ex-Interimspräsident Jeanine Áñez wegen "Putschs" gegen Ex-Präsident Morales 2019 (13.11.19) zu 10 Jahren Haft verurteilt (latinapress); Áñez bezeichnet Vorwürfe als "politisch" motiviert (taz). Neuer chilenischer Präsident Gabriel Boric bittet UN um Vermittlung bei Konflikt zwischen indigenen Mapuche…

12 Quellen

Salomoneninseln / Total / Gruppe der Sieben

月曜日2022年3月28日 (28.3.22). Uruguayer+ stimmen in Referendum (11.10.20) für neoliberales Gesetzespaket, das Konzerne fördert, Arbeitnehmerrechte schwächt, Kontrollstandards für Geldwäsche senkt, Streikrecht, universitäre Freiheiten und Pressefreiheit einschränkt (18.7.20) (latinapress). Südsudanesischer Vizepräsident Riek Machar bittet sudanesischen Militärführer Abdel Fattah al-Burhan (19.3)…

9 Quellen

Chile / Internationaler Währungsfonds

Tigrynische Tigray People’s Liberation Front-Rebellion hat in benachbarter Provinz Amhara über mehrere Tage 125 Zivilisten+ massakriert (GhanaWeb). Politischer Konflikt in Somalia, nachdem Präsident und Premierminister unterschiedliche Männer zum Vorsitzenden des Geheimdienstes ernennen (GhanaWeb). Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ruft…

10 Quellen

USA / Bolivien / China

Meldung

Britische Interessen im Ausland sind seit jeher eng mit der Politik der britischen Regierung verbunden. Die britische Regierung ist an der Entwicklung von Elektromotoren interessiert und investierte im Juni 2019 23 Millionen Pfund in die Entwicklung von Elektromotoren mit Lithium-Anteil. Britische Lithiumproduzenten spielen auch in Bolivien eine größere Rolle. Im Oktober 2019 gewann bei den Präsidentschaftswahlen in Bolivien knapp der amtierende Präsident Morales. Die Organisation Amerikanischer Staaten beklagte Wahlbetrug, die Proteste im Land auslösten. Die Organisation Amerikanischer Staaten war damals unter der Führung des Uruguayers Luis Almargo, der mit seiner Hardliner-Politik militant-rechte Präsidenten wie Bolsonaro, Duque und Piñera unterstützt. Dieser Wahlbetrug wurde zwar nie bewiesen, führte aber zum Sturz Morales und der Einrichtung einer neuen rechten Regierung unter der Interims-Präsidentin Jeanine Áñez, die vom Militär unterstützt wurde – das Militär durfte nach einem Dekret anti-Áñez-Protestierende töten und tat dies auch. Die britische Botschaft hatte diesen nun diskreditierten Bericht über Wahlbetrug mitgetragen. Nach den Unruhen traf sich der britische Botschafter mit dem Chef der staatlichen Lithium-Gesellschaft YLB. Dieser Chef war gerade erst von der neuen Regierung Áñez ernannt worden. Sie unterzeichneten ein Abkommen zur Vertiefung der Beziehungen zwischen der britischen Regierung und YLB. Die anderen Interessenten aus China und Deutschland schienen somit vom Markt. Im Februar 2019 war die YLB eine Kooperation mit dem chinesischen Elektrounternehmen TBEA Co. eingegangen, die ein 2,3 Milliarden Dollar schweres Projekt betraf. Und im Oktober 2018 schloss die YLB ein Abkommen mit dem schwäbischen Unternehmen ACI Systems zur Investition von 1,2 Milliarden Dollar. Es sah unter anderem eine Wertschöpfungskette, also Weiterverarbeitung des Lithiums, innerhalb Boliviens vor. Bis 2022 sollten in dieser deutsch-bolivianischen Partnerschaft bis zu 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr gefördert und eine Batteriefabrik gebaut werden. Im Gegenzug hätte die deutsche Automobilindustrie exklusiv Zugriff auf diese Batterien gehabt – ein Affront gegen die omnipotente USA und Großbritannien. Das ist nämlich im Kontext des extremen Wandels der Automobilindustrie zu betrachten: Während bis vor 15 Jahren noch deutsche und japanische Automobilhersteller um den ersten Platz konkurrierten, sind inzwischen US-Technologiekonzerne wie Tesla, den deutschen Autobauern in der E-Mobilität 6 Jahre Entwicklungsarbeit voraus. Im November 2019 wurde der Vertrag mit ACI Systems aufgelöst und im Januar 2020 kündigte die YLB eine grundlegende Untersuchung des Vertrags mit TBEA Co. an.19 Großbritannien profitierte also von dem Umsturz, und trug auch zu ihm bei. Wie eben beschrieben hat auch Tesla Interessen im Geschäft für Autobatterien. Für den von Lithium abhängigen US-Technologiekonzern Tesla hielt die Regierung Áñez die Lithiumproduktion warm. Wenig später verlautete dessen Chef Musk, dass er „putsche, gegen wen immer er wolle“. Durch diesem notorischen Tweet lässt sich aber natürlich nicht beweisen, ob Tesla oder die US-Regierung an Morales Sturz beteiligt war. Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat in Bolivien aber einen neuen Konkurrenten: In der Universitätsstadt Cochabamba werden seit Oktober 2019 eigene Elektroautos hergestellt! Natürlich sind diese bei weitem nicht so weit, wie in den USA, China und Europa. Aber für ein Land, das seit Jahrhunderten ausgebeutet und an der Entwicklung behindert wird, ist das ein Quantensprung. Das ist eine Angriffserklärung an das von den USA gestützten Weltwirtschaftssystem. Und von der CIA wäre es schließlich nicht der erste Umsturz einer demokratischen und sozialistischen Regierung in Lateinamerika.

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Bolivien

Bolivien

Bolivien Im Oktober 2019 war in Bolivien der sozialistische Präsident Evo Morales vom Militär aus dem Amt gedrängt worden und nach Argentinien ins Exil gegangen. Es übernahm die konservative Jeanine Áñez das Amt als Übergangspräsidentin. Dem vorangegangen war die Behauptung der Organisation Amerikanischer Staaten, die Wahl Morales zum Präsidenten sei illegitim gewesen, was die Organisation Amerikanischer Staaten nicht beweisen konnte, wie die New York Times nachwies (9.6). Zuletzt leitete die Gemeinsamer Markt des Südens sogar ein Ermittlungsverfahren gegen den Präsidenten der Organisation Amerikanischer Staaten Almargo ein, da dieser sich verschwört haben soll, um Morales abzusetzen (22.12). Der Amtsaustritt Morales kann aller Wahrscheinlichkeit nach als „Putsch“ klassifiziert werden. Dieser Putsch könnte stattgefunden haben, um das größte Lithiumvorkommen der Welt in Bolivien unter die Kontrolle einer Regierung zu bringen, die dem Westen und seinen Konzernen gegenüber offen eingestellt ist. Dagegen spricht, dass die Übergangsregierung Áñez genau solche Verträge mit westlichen Konzernen aufgelöst hat (25.1). Auch war die sozialistische Mehrheit im Parlament nicht entmachtet und sie konnte z.B. die Ernennung eines neuen Verteidigungsministers verhindern (11.3). Allerdings hatte die Polizei kurz nach Machtübernahme Áñez ein Massaker an Gegendemonstranten verübt (26.8), wegen dem die Übergangsregierung nach ihrer Abwahl noch angeklagt werden sollte (28.10,30.10). Das Militär versprach, bei dieser Untersuchung zu helfen (10.12). Im Jahr 2020 sollten Wahlen stattfinden, bei denen Morales erneut antreten wollte, doch das Wahlgericht untersagte es ihm, da er nicht in Bolivien sei (12.1) und er wurde wegen Terrorismus angeklagt (7.7), was wohl ein politisch motiviertes Verfahren war (11.9). Da die Wahlen coronabedingt verschoben wurden, wurde dies als ein politisches Manöver der Übergangsregierung gewertet, um möglichst lange im Amt zu bleiben (24.3) und es widersprach einem im Parlament verabschiedeten Gesetz (2.5). Ein weiteres Mal wurden die Wahlen im Juni aufgeschoben (19.6) und schließlich durch Áñez auf Anfang September festgelegt. Mit der Politik der Übergangsregierung gingen Menschenrechtsverstöße durch die Polizei gegen die Opposition einher (29.3). Dagegen und gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit begannen in Mitten der Pandemie Volksaufstände und Straßenblockaden (18.5), die auch die medizinische Versorgung beeinträchtigte, weshalb Ermittlungen gegen Morales aufgenommen wurden (5.9). Da Áñez selbst in der Bevölkerung extrem unbeliebt war (11.7), versuchte sie zunächst die Wahlen erneut zu verschieben und Morales Partei MAS an der Teilnahme an den Wahlen zu behindern (24.7). Daraufhin riefen die Dachverbände der Gewerkschaften zum unbefristeten Generalstreik auf (31.7). Wieder blockierte die Opposition wichtige Straßen (11.8). In den Umfragen lag der sozialistische MAS-Kandidat Arce vorne, gegen den nun ein politisch motiviertes Verfahren wegen Untreue eingeleitet wurde (13.9). Schließlich zog Áñez ihre Kandidatur wegen zu schlechter Umfragewerte zugunsten ihres rechten Mitstreiters Mesa zurück (18.9). Auch der Kandidat Quiroga zog seine Kandidatur zurück, damit Arce nicht im ersten Wahlgang siegen würde, und es zu einer Stichwahl mit Mesa käme (12.10). Tief gespalten ging Bolivien im Oktober an die Wahlurne (17.10) und wählte mit einer Mehrheit von 55,1% und einer enormen Wahlbeteiligung von 88,4% den Sozialisten Arce, sodass keine Stichwahl nötig war (19.10,24.10). Auch Morales kehrte aus seinem Exil zurück (20.10), bekam aber keine staatstragende Rolle in Arces Regierung (21.10). Der Gerichtshof hob nach Arces Wahlsieg den Haftbefehl gegen Morales auf (27.10).