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15 Quellen

Demokratische Republik Kongo / Äthiopien / Syrien

Haiti

Größte Proteste seit Einsetzung der neuen Übergangsregierung vor einem Jahr fordern Rücktritt der Regierung, da sie Bevölkerung nicht vor Ganggewalt schützen könne (mit AP); Proteste werden u.a. durchgeführt von EDE-Partei des Ex-Premierministers Joseph; Präsident Jean kündigt an, dass nun auch Umweltministerium-Miliz Brigade de sécurité des aires protégées gegen Gangs kämpfen wird; Montana-Gruppe kündigt an, Übergangsregierung zu Anfang Februar 2026 zu verlassen.

10 Quellen

Serbien / Bosnien und Herzegowina / Rumänien

Haiti

Jean von Montana-Gruppe übernimmt Vorsitz des präsidialen Übergangsrats; In vergangenen 3 Wochen rund 40.000 Menschen innerhalb der Hauptstadt durch Kämpfe zwischen Bandenmilizen mit Polizei und Armee vertrieben; Ex-Staatssekretär bei versuchter Entführung erschossen (von AJPierre).

3 Quellen

Haiti

Haiti

Haiti-Update und neue Sichtweisen (2).

Warum sind die staatlichen Institutionen derart geschwächt? 2004-2021 2004 begannen Teile jener, von Elitenangehörigen finanzierten, paramilitärischen Truppen einen Putschversuch gegen Aristide, der schließlich von us-amerikanischen und kanadischen Soldaten aus seinem Amtssitz herausgeführt, in ein Flugzeug gesetzt und in die Zentralafrikanische Republik geflogen wurde. Bei diesem Putsch war der heute omnipräsente Guy Philippe aktiv beteiligt. Aristide war somit abgesetzt und die UN-Militärmission MINUTSAH unter Leitung von Lulas Brasilien (Luiz Inácio Lula da Silva) wurde bis 2017 entsendet. Als trotz des Erdbeben 2010 Wahlen stattfanden, gewann schließlich Michel Martelly, obwohl dieser ursprünglich gar nicht in die Stichwahl gekommen war, sondern lediglich auf Druck der US-Botschaft im Land mit einer Wahlbeteiligung von knapp über 20% gewann, wie WikiLeaks wenig später veröffentlichte. Laut Jemima Pierre fand unter Martelly der massive Demokratie- und Institutionenabbau statt, der dazu führt, dass heute in Haiti weder auf kommunaler, noch auf regionaler, noch auf Landesebene demokratisch gewählte Politiker+ regieren, da ihre Amtszeiten seit den letzten Wahlen schlicht abgelaufen sind und keine neuen Wahlen durchgeführt wurden. Auch auf diese Weise scheint eine ausländische Intervention legitimiert zu werden. Pierre argumentiert, dass der 2017 gewählte Präsident Jovenel Moïse lediglich ein Platzhalter für Martelly gewesen sei und dessen Machtstrukturen, die auf Bandengewalt und internationaler Unterstützung beruhten, übernahm. Laut latina press ist der G9-Ganganführer Barbecue „der bewaffnete Flügel“ von Moïse gewesen. Nach Moïse’ Ermordung, die ich, wie bereits erwähnt, als Anlass nahm, mich nach 2021 immer wieder mit Haiti zu beschäftigen, zeigte sich diese institutionelle Schwäche besonders, als nicht nur plötzlich zwei Premierminister Claude Joseph und Ariel Henry miteinander um die Nachfolge Moïse’ konkurrierten, sondern auch der unter Martelly und Moïse entmachtete Senatspräsident Joseph Lambert. Henry setzte sich bekanntlich durch. Den Gegenentwurf zu dieser Staatszerstörung stellen seit mehreren Jahren die anti-interventionistische Montana-Gruppe, sowie Aristides Fanmi-Lavalas-Partei dar, die zuletzt zusammen mit Gewerkschaften, Kirche und Privatwirtschaft einen neuen Anlauf vor der Karibische Gemeinschaft gestartet haben, um ein alternatives Regierungsmodell mit dem Ziel der Demokratie zu errichten. Dieser Aufruf wurde inzwischen unter Ausschluss der Gewerkschaften und Berücksichtigung zweier weiterer Parteien, sowie der Degradierung der Kirche zu lediglichen „Beobachtern“ des neuen Übergangs-Präsidialrates von der CARICOM angenommen und vom guyanischen Präsidenten Irfaan Ali verkündet.

Für eine weitere chronologische Lektüre: Jemima Pierres Überblick über die Ereignisse von 2003-2020 HIER, sowie meine eigene Sammlung der Haiti-Nachrichten von 2020-2023 AB HIER.

Ich vertrete das Argument, dass Haiti kein sogenannter failed state ist, sondern vielmehr ein demolished state, von dem nicht zugelassen werden darf, dass diejenigen, die die Verantwortung für seine Zerstörung tragen, weiter ihre Macht ausüben können. Dazu zählen die haitianischen Eliten, die ihre paramilitärischen Truppen unterhalten, dazu zählen auch diese paramilitärischen (Gang-)Truppen, auch wenn sie sich „revolutionär“ geben, dazu zählen auch die USA, Kanada, das bisher nicht erwähnte Frankreich und in diesem Sinne auch die Caricom, Kenia, Benin, Brasilien, Spanien und Deutschland – eben jene Staaten, die jetzt schon wieder mit Waffengewalt intervenieren wollen oder diese finanzieren.

19 Quellen

Haiti / Indien / Pakistan

Haiti

Premierminister Ariel Henry tritt nach Druck aus USA und des Karibische Gemeinschaft-Gipfels in JAMAIKA zurück; Nun soll von CARICOM verkündeter Präsidial-Übergangsrat neue Regierung bilden, die von den USA mit zusätzlichen 133Mio$ unterstützt werden soll (von SMcLeod); Übergangsrat soll aus 7 stimmberechtigten Mitgliedern bestehen, die sich aus sozialdemokratischer Ex-Regierungspartei Fanmi Lavalas, der Montana-Gruppe, des EDE-Partei des Ex-Premierministers Claude Joseph, 21D-Exverbündeten Henrys, 2 Vertretern der Privatwirtschaft, aber auch der radikalen Partei Ptit Dessalin des Jean-Charles Moïse zusammensetzt, die im letzten Monat Allianz mit "Revolutionär" Guy Philippe eingegangen war (von MJNeel und JBlaise); Zudem 2 nicht-stimmberechtigte Präsidialräte aus Zivilgesellschaft und religiösen Gemeinschaften geplant (von KFrancis); Somit sind, bis auf Gewerkschaften, alle Unterzeichner+ des vorgestrigen Aufrufs im neuen Übergangsrat vertreten; Aufrufe zu Einrichtung einer "Übergangsjustiz" zur Untersuchung vergangener Verbrechen (von JLetang); 30-50% der an jüngster Gang-Offensive Beteiligten ist minderjährig.

16 Quellen

Indonesien / Pakistan / Türkei

Haiti

USA setzen eine Frist zur Entsendung KENIAnischer Multinationale Sicherheitsunterstützungsmission in Haiti-Truppen zur Bekämpfung der organisierten Bandenkriminalität in Haiti, die laut neuestem Bericht immer besser bewaffnet und organisiert ist; 23 größte Banden sind in 2 Gangallianzen G9 und G-Pèp organisiert, die sich gegenseitig bekämpfen; Kämpfe zwischen neuerdings aufgerüsteten Gangallianzen G9 und GPEP vertreiben hunderte Zivilisten+ aus Port-au-Prince-Stadtteil Cite Soleil; Anti-interventionistische Montana-Gruppe und Ex-Premierminister Joseph werfen Premierminister Ariel Henry vor, Bürgerkrieg durch unbedingten Machterhalt zu provozieren; Zuletzt 16 Tote und 29 Verletzte bei teilweise von Guy Philippe und Umweltministerium-Miliz BSAP unterstützen Proteste; Philippe ruft BSAP auf, sich in Kampfmodus zu versetzen, um Revolution gegen Premierminister Henry durchzuführen; Auch radikaler Oppositionsführer Jean-Charles Moïse ruft zu umstürzlerischen Dechoukaj-Protesten auf; DOMINIKANISCHE REPUBLIK, wo im Januar 2024 35% der gebärenden Mütter Haitianerinnen waren, installiert schwere Waffen an Grenze zu Haiti, um für Sicherheit zu sorgen; Geschichte der Gangs in Haiti:

16 Quellen

Frankreich / Ecuador / Somalia

Haiti

Gericht erlässt Haftbefehl gegen bis 2016 regierenden Ex-Premierminister Martelly und dessen Interims-Nachfolger Privert wegen Korruption und Mittäterschaft bei Drogenhandel; Oppositionelle Montana-Gruppe ruft zu "disruptivem" Übergang von Regierung Ariel Henry zu neuer Regierung auf; Laut Zentralbank haben 2023 250 Bank-Führungskräfte Land verlassen, wohingegen meisten Haitianern+ geregelte Ausreise nicht möglich ist, da ihnen nur 19 Länder, mehrheitlich in Afrika und Asien Visums-freie Einreise gewähren, von denen zudem nur 4 in Karibik sind; Reiseunfreiheit führt zu illegaler Migration, die hunderttausende Haitianer in Mittel- und Südamerika in lebensgefährliche oder prekäre Situationen bringt.

15 Quellen

Ecuador / Guatemala / Pakistan

Haiti

30 Tote bei mehreren Vorfällen brutaler Bandengewalt in Hauptstadtteil Carrefour, aus dem in letzten Tagen tausende Anwohner geflohen sind (von JClark) und wo Demonstrationen für mehr Sicherheit zuletzt mit Tränengas aufgelöst worden waren; Seit Januar zählte UN 2500 Tote; Einige NGOs stellen Arbeit in Haiti wegen eskalierender Gewalt vorübergehend ein; Protestantischer Dachverband verlässt Montana-Gruppe, die sich gegen geplante internationale Militärintervention ausspricht; Links-nationale Kleinpartei PD, deren Kandidat bei Präsidentschaftswahlen 2018 drittplatzierter war, ruft zu Generalmobilisierung gegen Unsicherheit auf; Laut neuer Zählung hat selbstjustiziäre Bwa Kale-Kale-Bewegung seit Ende April 350 Menschen gelyncht, davon 310 vermutete Kriminelle, 46 Personen der Öffentlichkeit und 1 Polizisten.

16 Quellen

Niederlande / Indien / China

Haiti

Premierminister von St. Vincent und die Grenadinen Gonsalves schlägt nationalen Dialog zur Konfliktlösung in Haiti auch mit mächtigen kriminellen Banden vor, anstatt dem Streben nach einer internationalen Militärintervention (von SDouglas); Auch Premierminister von Antigua und Barbuda Browne fordert nach Karibische Gemeinschaft-Gipfel Verhandlungsgespräche unter Anleitung Premierministers Ariel Henry, insofern er nicht bei nächsten Wahlen antreten wird (mit CMC); 2 Vertreter+ der anti-interventionistischen Montana-Gruppe Haitis lobbyieren derzeit in FRANKREICH und DEUTSCHLAND (von MLing); DOMREP schob 2023 bereits 110.000 Haitianer+ nach Haiti ab; Landesweiter Stromausfall während Streik der entsprechenden Werksangestellten, die seit 5 Monaten nicht bezahlt wurden (von mem und ane); Ärzte Ohne Grenzen stellen Arbeit in Krankenhaus wegen Patienten-Entführung ein; 2. Jahrestag des Ermordung des Präsidenten Jovenel Moïse.

14 Quellen

Frankreich / Indien / USA

Haiti

KANADA und DOMREP fordern nach außenpolitischen Meinungsverschiedenheiten demonstrativ geschlossen, dass Haiti eigenständig und mit Internationaler Hilfe Lösung für seine Krisen findet (von JDO); USA fordern weiterhin Internationale Militärintervention; Von 500.000 Asylanträgen in USA wurden seit neuer Migrationspolitik Bidens 39.000 angenommen; Leiter der Kommission für Entwaffnung und Reintegration von Kriminellen überlebt Anschlag verletzt; Oppositionelle Montana-Gruppe schlägt Übergangssystem mit 5 Präsidenten+ und 5 Präsidialämtern vor; Anteil der Neugeborenen von haitianischen Müttern steigt in DomRep von 28% 2021 auf 34% 2023.

14 Quellen

Welt / Sudan / Kenia

Haiti

Bewaffnete Gangs starten nach kurzer Pause wieder Angriffe auf Polizei und kontrollieren trotz populärer Bwa Kale-Kale-Bewegung gegen sie angeblich noch immer 80% der Hauptstadt Port-au-Prince (mit AP); Darstellung der Bwa Kale in "westlichen" Medien überwiegend negativ, während UN-Generalsekretär António Guterres bei Besuch in Jamaika weiter auf internationale Militärintervention in Haiti besteht und KANADA angeblich Rücktritt des Premierministers Ariel Henry wünscht, auf den Vertreter der non-interventionistischen Montana-Gruppe folgen soll, die ebenfalls indirekt gegen Bwa-Kale-Bewegung ist (von KIves); Weltbank gewährt Regierung Henry 80Mio$ zum Ausbau der Wasser- und Hygieneinfrastruktur in ländlichen Gebieten.

10 Quellen

Anfang der 2020er in Haiti 2

Meldung

Anfang der 2020er in Haiti 2.

28.09.2021: - Premierminister Ariel Henry verschiebt Parlamentswahlen (15.8) und Verfassungsreferendum auf unbestimmte Zeit; ihm wird Mord an Präsident Jovenel Moïse vorgeworfen (14.9); Umfassende humanitäre Krise zwingt Zehntausende zur Flucht.

27.10.2021: - Gang-Koalition G9 (07/21) blockiert wichtige Häfen und fordert Rücktritt des Premierminister Ariel Henry; Blockade führt zu Treibstoffmangel und zum Ausfall zahlreicher Gesundheitszentren.

13.11.2021: - G9-Gangkoalition (10.11) hebt Blockade des Ölterminals im Hafen (29.10) vorübergehend auf, um Krankenhäuser, Schulen und Universitäten zu versorgen.

03.01.2022: - Premierminister Ariel Henry überlebt Mordanschlag; Gangs hatten ihn zum Rücktritt aufgefordert; im Juli wurde Präsident Moïse ermordet.

11.01.2022: - Amtierender Premierminister Ariel Henry hatte laut New York Times vor und nach Mord Kontakt zu Hauptverdächtigem des Mords an Präsident Jovenel Moïse; Henry übernahm nach Tod Moïse' die Macht und ist für Aufklärung des Mords zuständig.

22.01.2022: - Richter Orélien gibt Zuständigkeit für Mordermittungen an Präsident Jovenel Moïse ab; 2 Generalstaatsanwälte bereits gefeuert (15.9) oder zurückgetreten (14.8); Ermittlungen heikel, da Premierminister Ariel Henry möglicherweise schuldig ist.

12.07.2022: - Mindestens 50 Tote bei Kämpfen in Hauptstadt Port-au-Prince zwischen Bandenkoalition G9 und anderen Gruppen; G9 rief letzten Juni (25.6.21) "Revolution gegen Establishment" aus und kämpft seitdem gegen oder für diejenigen Unbekannten, die im Juli darauf Präsident Jovenel Moïse töteten (7.7.21); bereits im April und Mai rund 200 Tote bei Bandenkämpfen; Hafen erneut blockiert; Welternährungsprogramm warnt, dass Bandengewalt auch Hunger antreiben wird.

20.08.2022: - Laut US-Behörde werden so viele Kleinwaffen nach Haiti geschmuggelt wie noch nie zuvor; UN verbot zuletzt Verkauf von Kleinwaffen an nicht-staatliche Akteure.

17.09.2022: - Polizei setzt angesichts der anhaltenden gewaltsamen Proteste alle Schusswaffenlizenzen aus; Proteste waren von zivilen Oppositionsgruppen organisiert worden, finden aber auch im Kontext von grassierenden Bandenkämpfen statt.

27.09.2022: - 3/4 der Krankenhäuser nicht mehr funktionsfähig, da G9-Gangs seit Wochen Treibstoff Hafenterminal blockieren und Krankenhäuser nicht mehr mit Treibstoff für Stromgeneratoren versorgt werden; auch ca. 1/3 des Telefonnetzes bricht wegen fehlender Stromversorgung zusammen.

07.10.2022: - UN fordert wegen zunehmender politischer Instabilität, zerfallender Sicherheitssituation und jüngstem Cholera-Ausbruch humanitären Korridor, um Haiti u.a. mit Treibstoff zu beliefern; G9-Gangkoalition blockiert seit Wochen Treibstoffterminal im Hafen.

08.10.2022: - Premierminister Ariel Henry bittet Internationale Partner um Militärintervention, um Kontrolle über Treibstoffterminal im Hafen von Port-au-Prince wiederzugewinnen, da derzeit von G9-Gangallianz blockiert wird; Wichtigster Verbündeter Henrys USA; Große Teile der Hauptstadt von kriminellen Banden kontrolliert, von denen einige im letzten Jahr Revolution ausriefen und Premierminister Henry stürzen wollen; Haiti bittet zudem um Materialunterstützung ausländischer Polizeien.

15.10.2022: - Laut UN erleben 4,7Mio Haitianer+ derzeit wegen G9-Treibstoffterminalblockade akute Lebensmittelknappheit und 19.000 hungern; Welternährungsprogramm zählte bereits im März 4,5Mio Betroffene; Proteste gegen Besuch einer US-Delegation, der u.a. Befehlshaber des US-Südkommandos angehört; haitianischer Premierminister Ariel Henry hatte zuletzt u.a. USA um militärische Intervention gebeten; Gespräche zwischen oppositioneller Montana-Gruppe und Henry scheitern.

22.10.2022: - UN-Sicherheitsrat beschließt Sanktionen gegen G9-Gangallianzanführer Barbecue, wie Reiseverbot und Konteneinfrierung; Premierminister Ariel Henry, USA und MEXIKO plädieren zudem für internationale Militärintervention zur Bekämpfung der Gangs.

29.10.2022: Laut UN hat sich Zahl der durch Bandengewalt in Hauptstadt Port-au-Prince Vertriebenen seit Mai auf 96.000 verdreifacht; Gangs, wie die G9, kontrollierten rund 60% der Hauptstadt und führen dort u.a. Bandenkriege untereinander.

14 Quellen

Haiti / Fidschi / Demokratische Republik Kongo

Haiti

Dutzende Polizisten stürmen Privatresidenz des Premierminister Ariel Henry, der sich zu dem Zeitpunkt noch an Flughafen aufhielt, der von anderen Protestierenden belagert wurde; Polizisten und Zivilisten protestieren wegen der Ermordung von 7 Polizisten durch Gangs und für härtere anti-Gang-Politik; Ex-Bildungsminister Buteau mutmaßlich von Ti-Ti Makak-Gang entführt; Buteau ist Teil der Montana-Gruppe, die entgegen der Politik des Premierminister Henry internationale Intervention ablehnt; Laut UN wird 60% der Hauptstadt von Gangs kontrolliert, wogegen USA und KANADA mit Sanktionen reagieren.

10 Quellen

Deutschland / Ukraine / Demokratische Republik Kongo

Haiti

Laut karibischer Staatengemeinschaft Karibische Gemeinschaft finden in Haiti Gespräche zwischen mehreren Interessengruppen statt, um politische Krise zu beenden; Premierminister Ariel Henry konkurriert vor allem mit Montana-Gruppe, die neue Übergangsregierung fordert.

14 Quellen

Haiti / Brasilien / Frankreich

Haiti

Senatspräsident Lambert bei Anschlag mit Schusswaffengebrauch schwer verletzt; Unklar, ob schwere Verletzungen tödlich sein werden; gestern Nacht lief Amtszeit der 10 verbleibenden Senatsmitglieder aus, die derzeit die einzigen demokratisch legitimierten Staatsvertreter+ Haitis sind; Senat wollte nach Ermordung des Präsidenten Jovenel Moïse im Juli 2021 Lambert zum neuen Interimspräsident ernennen, wobei Premierminister Ariel Henry nach einem Machtkampf nun neuer Präsident ist; während Henry für internationale militärische Intervention gegen kriminelle Banden, wie G9, in Haiti plädiert, gehört Lambert zur "Montana-Gruppe", die Sicherheitsproblem ohne ausländische Einmischung lösen will; daraufhin KANADische und US-Sanktionen gegen Lambert und weitere Senatsmitglieder wegen angeblicher Verbindungen zur Drogenkriminalität; Zeitgleich aktuell Cholera-Epidemie mit bislang 452 Toten.

18 Quellen

USA / Haiti / Kanada

Meldung

Machtkämpfe sind für Barbecue nichts Neues. Die G9 fordert nämlich nicht nur den Rücktritt der Premierministers Henry, sondern kämpft auch gegen andere Banden. Diese Kämpfe haben im Juli 2022 beispielsweise zu einer Belagerung des größte haitianischen Slums, der „Sonnenstadt“ Cité Soleil geführt, bei der hunderte Menschen starben. Die im Juli und September fortgesetzte Blockade des Varreux-Treibstoffterminals des Hafens ist dabei in den letzten Wochen besonders präsent in der Berichterstattung über Haiti. Treibstoff kommt in Haiti nicht nur im Verkehr zum Einsatz, sondern auch für die generelle Stromversorgung durch Generatoren. Bereits von Oktober bis November 2021 war das Terminal von der G9 blockiert worden. Die Folgen der Straßen- und Hafenblockade sind die Verschärfung der humanitären Notsituation und wirtschaftlicher Stillstand: Mitte September 2022 brach die Trinkwasserversorgung zusammen, Ende September 1/3 des Telefonnetzes, der größte TV-Sender musste bereits im November 2021 schließen, 3/4 der Krankenhäuser können ihren Betrieb nicht aufrechterhalten und die Lebenshaltungskosten explodierten. In dieser Versorgungsnotlage entwickelt sich seit wenigen Wochen eine Cholera-Epidemie. In Reaktion auf die Terminal-Blockade und die humanitäre Notlage bemühen sich daher mehrere internationale Akteure um eine Intervention in Haiti.

4 Geplante Internationale Intervention Wie im Monatsrückblick Juli 2021 beschrieben, unterlag Haiti in seiner Geschichte häufig den Einflüssen mehrerer internationaler Akteure: Sei es während der Kolonialzeit, durch die Schuldknechtschaft, die immense Versorgung mit Kleinwaffen durch die Anbindung an die us-amerikanischen Schwarzmärkte, oder militärische Interventionen. Von 1915 bis 1935 besetzten die USA Haiti, 1994 intervenierte die US-Armee erstmals mit einem UN-Mandat, bis 1996 gab es die UN-Mission UNMIH, bis 1997 die, von 2004 bis 2019 schließlich die MINUSTAH, sowie zahlreiche politische Interventionen, wie die politische Verfolgung des 2004 abgesetzten Präsidenten Aristide von 2003 bis 2010, was erst durch die Wikileaks öffentlich wurde. Die MINUSTAH ist in Haiti vor allem für die Tötung von Zivilisten in der Aristide-Hochburg Cité Soleil bekannt, und insbesondere da MINUSTAH-Streitkräfte 2010 die Cholera nach Haiti eingeschleppt hatten, an der tausende Menschen starben. Angesichts der jüngsten Entwicklungen übernahmen die UN, USA, Kanada und Mexiko erneut die Initiative: Ende September stellten die USA und Kanada einen UN-„Sicherheits-Fonds“ für die Finanzierung der haitianischen Polizei vor, an dem auch Japan, Mexiko und die EU beteiligt sind, am 06. Oktober forderte das UN-Haitibüro einen Humanitären Korridor bei Varreux, am 08. Oktober bat Premierminister Henry auf Anraten des Organisation Amerikanischer Staaten-Vorsitzenden Almargo (Organisation Amerikanischer Staaten) um eine internationale Militärintervention, was UN-Generalsekretär Guterres seit dem 10. Oktober unterstützte (António Guterres), am 16. Oktober beschlossen die USA und Kanada die Entsendung von „Sicherheitsausrüstung“, die u.a. Panzerfahrzeuge umfasst und Anfang dieser Woche sollte eigentlich ein us-mexikanischer Antrag auf ein UN-Mandat für eine multilaterale nciht-UN-Militärmission im UN-Sicherheitsrat entschieden werden, aber die Entscheidung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt - Russland und China äußern Vorbehalte. Angesichts der historisch schlechten Erfahrung mit ausländischen Interventionen gab es in Haiti seit Mitte Oktober Proteste gegen die Bitte des Premierministers und auch der umstrittene Senat unter dem Senatspräsidenten Lambert rief Henry auf, seine Bitte um Intervention zurückzunehmen, wobei der Senat auch für einen Humanitären Korridor bei Varreux ist. Die Montana-Gruppe, zu der Lambert gehört, präferiert eine haitianische Lösung für die haitianischen Probleme, hat aber weder ausreichend internationale Beziehungen und Befürworter, noch einen nachvollziehbaren Plan (falls ihn jemand kennt, bitte mir zusenden @Nahuek), noch berücksichtigt sie nicht nicht-haitianischen Ursprünge einiger haitianischer Probleme.

11 Quellen

Tunesien / Burkina Faso / Kenia

Haiti

Laut UN erleben 4,7Mio Haitianer+ derzeit wegen G9-Treibstoffterminalblockade akute Lebensmittelknappheit und 19.000 hungern; Welternährungsprogramm zählte bereits im März 4,5Mio Betroffene; Proteste gegen Besuch einer US-Delegation, der u.a. Befehlshaber des US-Südkommandos angehört; haitianischer Premierminister Henry hatte zuletzt u.a. USA um militärische Intervention gebeten; Gespräche zwischen oppositioneller Montana-Gruppe und Henry scheitern.